​Die Lage für den HSV wird immer düsterer. Gegen Abstiegskonkurrent Mainz kamen die 'Rothosen' trotz einer halbstündigen Überzahl nur zu einem 0:0. Dabei ließen die drückend überlegenen Hanseaten beste Möglichkeiten ungenutzt, Filip Kostic scheiterte nach einer Stunde per Elfmeter an Bundesliga-Debütant Florian Müller.


Aufstellungen:


HSV: Mathenia - Sakai, Papadopoulos, Van Drongelen, Douglas Santos - Jung (74. Arp), Walace - Jatta (59. Hahn), Hunt (46. Waldschmidt), Kostic - Schipplock


Mainz: F. Müller - Balogun, Bell, Diallo - Donati, Holtmann (46. Brosinski) - Serdar, Gbamin, Latza - Muto (87. Ujah), Quaison (77. Onisiwo)


Tore: Fehlanzeige


Gelbe Karten: Walace, Arp, Douglas Santos - Holtmann, Balogun, Gbamin, Bell


Gelb-Rot: Balogun


Bes. Vorkommnis: Müller hält Foulelfmeter von Kostic (62.)


Bei beiden Teams gab es eine Überraschung in der Startelf: HSV-Coach Bernd Hollerbach brachte Sven Schipplock im Sturmzentrum, bei den Mainzern feierte Florian Müller sein Bundesligadebüt im Tor - Rene Adler war vor dem Duell mit seinem Ex-Klub nicht rechtzeitig fit geworden. Diesen beiden Überraschungen gehörte auch die erste Szene: Danny Latza verschätzte sich nach einem langen Ball, so dass Schipplock frei vor dem Mainzer Tor auftauchte - Müller parierte seinen Flachschuss jedoch stark. Wenig später war der Keeper auch bei Walaces Versuch aus der Distanz zur Stelle. 


Die Gäste wurden nach 13 Minuten durch Quaison erstmals gefährlich, der Schwede konnte Mathenia jedoch nicht überwinden. Dann wieder der HSV - und wie: Jattas Hereingabe rutschte zu Kostic durch, dessen Abschluss Müller gerade noch an die Latte lenken konnte. Zwei Minuten später machte es der Serbe besser: Nach schönem Hackenpass von Schipplock war er frei durch und schob ein - nach kurzer Rücksprache mit dem Video-Assistenten nahm Markus Schmidt das Tor jedoch korrekterweise zurück. 


Auch in der Folge blieb der HSV die tonangebende Mannschaft, konnte sich bis zur Pause aber keine klaren Gelegenheiten mehr herausspielen. Die erschreckend schwachen Mainzer konnten sich einzig und allein bei Debütant Müller bedanken, dass es mit 0:0 in die Kabinen ging.

Hamburger SV v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Die Spannweite von Markus Schmidt reicht nicht aus, um anzuzeigen wie weit Filip Kostic im Abseits stand


Auch nach Wiederbeginn erwischten die Gastgeber den besseren Start: Bei van Drongelens Schuss aus 10 Metern stand zum zweiten Mal die Latte im Weg. Durch einen Freistoß des eingewechselten Brosinski meldeten sich dann auch mal wieder die Mainzer, der Ball landete allerdings am Außennetz. 


Nach einer Stunde wurde es turbulent: Der bereits verwarnte Balogun foulte Waldschmidt im eigenen Sechzehner und musste vorzeitig duschen gehen. Den fälligen Strafstoß verschoss Kostic gegen Müller. In Überzahl übernahm der Dino endgültig das Kommando, ließ aber häufig die letzte Präzision vermissen. Bestes Beispiel: Nach einem der wenigen Mainzer Entlastungsangriffen konterte der HSV mit fünf gegen drei, anstatt abzuspielen lief sich Kostic sinnfrei fest. 


In der 74. Minute gab Bernd Hollerbach die Richtung für die Schlussphase vor: Stürmer Arp ersetzte Gideon Jung, der im defensiven Mittelfeld gespielt hatte. Gegen nun extrem tief stehende Gäste offenbarten sich allerdings die spielerischen Probleme, die sich durch die gesamte Hamburger Saison ziehen. Arp aus der Distanz und Douglas Santos per Freistoß sorgten zwar für Abschlüsse, aber nicht für Gefahr. Auf der Gegenseite hätte Brosinski das Spiel komplett auf den Kopf stellen können, setzte einen ruhenden Ball aus aussichtsreicher Position aber drüber. So blieb es am Ende beim 0:0, das für die Hamburger angesichts der Tabellensituation und des Spielverlaufs natürlich viel zu wenig ist.