​Am Sonntag versucht der VfB Stuttgart beim 1. FC Köln auswärts seine ​Siegesserie fortzusetzen. Doch auch das nächste Heimspiel am 26. Spieltag gegen RB Leipzig wirft seine Schatten schon voraus. Die Stuttgarter Ultra-Gruppierung 'Commando Cannstatt' hat heute alle VfB-Anhänger dazu aufgerufen, gegen die Leipziger Stellung zu beziehen und sparte in ihrer Mitteilung auch nicht an Kritik am eigenen Verein.


Für den ersten Auftritt gegen den ungeliebten Klub und dessen großen Förderer Dietrich Mateschitz, wollen die alteingesessenen Ultras beim Traditionsverein ein deutliches Zeichen gegen die ihrer Ansicht nach negativen Entwicklungen im Profifußball setzen.


In einer Mitteilung auf der Seite cc97.de bezeichnete 'Commando Cannstatt' den Gegner aus dem Osten als "das am Reißbrett entworfene Gesicht des im Fußball vorherrschenden Turbokapitalismus." Demnach sei RB "die Blaupause" für den eingeschlagenen Weg im Profifußball.

Dabei kritisierten die Ultras auch die Entwicklungen bei den Schwaben. Nach der Zweitligameisterschaft und dem damit einhergehenden sofortigen Wiederaufstiegs hatten sich die Stuttgarter nach einer Mitgliederentscheidung dazu entschieden, die Profiabteilung auszugliedern.


​Diese Entscheidung ist dem 'Commando Canntatt' noch immer ein Dorn im Auge, da der "finanzielle Erfolg für die Vereinsführung über allem steht". Auch sonst mache "die Vereinsführung in letzter Zeit den Eindruck, den Blick für die Basis immer mehr zu verlieren." Schwindende Identifikation zahlreicher Anhänger zum eigenen Verein sei die Folge.


Zudem kritisierten die leidenschaftlichen VfB-Anhänger die Diskussionen um eine "weitere Aufweichung" der 50+1-Regel. Für den Erhalt der Regelung gelte es zu kämpfen. "50+1 ist für uns keine Diskussionsgrundlage, sondern eine Schmerzgrenze!", heißt es weiter.

Um sich von "Konstrukten wie RB Leipzig" zu distanzieren, käme der Cannstatter Kurve eine wichtige Rolle zu. Dabei bezeichneten sie die stolze Kurve voller Geschichte als einen Ort, an dem "Werte, wie Zusammenhalt, Respekt, Solidarität, Mitgestaltung und Mitverantwortung innerhalb der aktiven Gruppen und Fanclubs noch real sind und ernsthaft gelebt werden".


Für das Spiel gegen "den Retortenklub" forderten die Ultras alle VfB-Sympathisanten schließlich dazu auf im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zu zeigen: "Packt eure – gerne richtig alten – Schwenkfahnen und Doppelhalter ein, und lasst uns ein geschlossenes Zeichen setzen."


Es bleibt zu hoffen, dass sich die Stuttgarter dabei darauf konzentrieren ihre eigene Mannschaft zu unterstützen und auf Entgleisungen und persönliche Angriffe auf die Anhänger der Leipziger zu verzichten. Beim letzten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ​hatten sich einige VfB-Fans bereits daneben benommen und umfangreich Pyrotechnik abgebrannt.