​Als der VfB Stuttgart Mitte Januar die Verpflichtung von Erik Thommy verkündete, war die Mitteilung für die meisten Beobachter nichts weiter als eine Randnotiz. Viele waren skeptisch und trautem dem Youngster nicht zu, über den Status eines Ergänzungsspielers hinauszukommen. Doch der ehemalige Augsburger wurde schnell zur Symbolfigur des Stuttgarter Aufschwungs.


Gerade einmal 500.000 Euro Ablöse musste der VfB an die Fuggerstädter überweisen. Nach dem Wechsel auf der Trainerbank der Schwaben erhielt der 23-Jährige unter Tayfun Korkut am 21. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg sofort die Chance, sich zu beweisen. Unter Hannes Wolf kam er in zwei Partien zuvor nicht zum Einsatz. Der Neuzugang machte ein mutiges Spiel und konnte sofort andeuten, dass er den Männern mit dem roten Brustring helfen kann.


Nach der Ankunft von Korkut wurden beim Aufsteiger die Karten neu gemischt und Thommy erwies sich prompt als ein Ass. In den vier Partien unter dem 43-jährigen Cheftrainer holten die Schwaben zehn Punkte. Dabei stand Thommy jeweils in der Startelf und war stets einer der Aktivposten beim VfB.


Zu den Qualitäten des gebürtigen Ulmers gehören seine unbekümmerten Tempodribblings, aber auch seine Stärke bei ruhenden Bällen. Durch seine präzisen Eckbälle und Freistöße beschert er den Stuttgartern eine weitere effektive Waffe im Abstiegskampf.


Beim schwäbischen Taditionsverein hat er sein Zuhause auf der linken Außenbahn gefunden und harmoniert dabei bereits prima mit seinen Mitspielern. Dabei kommt dem Shootingstar seine hohe Spielintelligenz zugute. Aber auch seine Disziplin im Training ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg. So arbeitet er laut eigener Aussage bereits schon seit längerer Zeit mit einem eigenen Fitnesstrainer zusammen, der ihn mindestens ein Mal in der Woche auf dem Trainingsgelände des VfB besucht.

So viel Einsatz kommt auch bei den Kollegen gut an, denn ​Kapitän Christian Gentner lobte den Musterprofi gegenüber dem kicker: "Ich habe Erik als hochprofessionell kennengelernt. Er ist ein sehr offener, angenehmer Typ."


Trotz allem Eifer kommt bei der Nummer 17 des VfB dabei die spielerische Leichtigkeit nicht zu kurz. Auch beim Sieg gegen die 'Adler' suchte er viele Eins-gegen-Eins-Situationen und initiierte durch seinen Spielwitz einige gefährliche Aktionen.​ Mit seinem Siegtor gegen Eintracht Frankfurt krönte er seine starke Entwicklung.