​Vizemeister RB Leipzig steht trotz einer 0:2-Niederlage gegen den SSC Neapel im Achtelfinale der Europa League. Die Gäste aus Italien erwiesen sich als der erwartet schwere Gegner und gingen nach einer guten halben Stunde nicht unverdient in Front. Nach dem zweiten Treffer in der Schlussphase kam noch einmal Spannung auf. Die 'Roten Bullen' blieben jedoch ohne weiteren Gegentreffer und zogen dank das 3:1-Auswärtserfolgs im Hinspiel in die nächste Runde ein.


RB Leipzig - SSC Neapel 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Piotr Zielinski (33.), 0:2 Lorenzo Insigne (86.)


Leipzigs Cheftrainer Ralph Hasenhüttl tauschte nach der 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt kräftig durch und veränderte seine Startelf auf sechs Positionen. Bernardo, Ibrahima Konate, Bruma, Kevin Kampl, Timo Werner und Yussuf Poulsen begannen für Willi Orban, Naby Keita, Ademola Lookman, Stefan Ilsanker, Lukas Klostermann und Jean-Kevin Augustin. 


SSC-Coach Maurizio Sarri baute seine Anfangsformation im Vergleich zum 1:0-Heimerfolg gegen SPAL Ferrara auf vier Positionen um. Kalidou Koulibaly, Jose Callejon, Elseid Hysaj und Jorginho mussten für Lorenzo Tonelli, Amadou Diawara, Piotr Zielinski und Christian Maggio Platz machen. 

In der Anfangsphase spielte sich das Geschehen meist zwischen den beiden Strafräumen ab. Nach zehn Minuten verzeichneten die Gastgeber die erste Torannäherung. Bruma verfehlte sein Ziel jedoch deutlich. Auf der Gegenseite stellte Marek Hamsik RB-Schlussmann Peter Gulacsi mit einem schwachen Abschluss vor keine Probleme (11.). Knapp eine Viertelstunde war gespielt, als Tonelli eine Volleyabnahme von Marcel Sabitzer mit dem Kopf an die eigene Querlatte lenkte (14.). In der Folgezeit kamen die 'Roten Bullen' besser in die Partie und bestimmten weitestgehend das Spielgeschehen. 


Gegen die gut stehende Defensive der Gäste fand die Hasenhüttl-Elf jedoch kein Durchkommen. Neapel versuchte immer wieder Nadelstiche zu setzen und war damit nach einer guten halben Stunde erfolgreich. Über Hamsik und Zielinski landete der Ball bei Lorenzo Insigne, der in den Strafraum eindrang und aus halblinker Position abzog. Gulacsi ließ die Kugel in die Mitte abklatschen, wo Zielinski goldrichtig stand und zur Führung einschob (33.).

Leipzig wirkte nach dem Gegentreffer etwas verunsichert und gab die Spielkontrolle aus der Hand. Die Kontersituationen der Gastgeber verpufften meist wirkungslos. Wenige Minuten vor der Pause eilte Pepe Reina aus seinem Strafraum und klärte einen langen Ball vor Werner mit dem Kopf. Im Anschluss hatte der SSC-Schlussmann Glück, dass Bruma die Kugel ein gutes Stück neben das Gästetor setzte (43.). Mit einer nicht unverdienten 1:0-Führung für die Italiener ging es in die Halbzeitpause. 


Ohne personelle Veränderungen gingen beide Mannschaften den zweiten Durchgang an. Mario Rui versuchte sich mit einem Distanzschuss, der für Gulacsi leichte Beute darstellte (46.). Die Hausherren beschränkten sich keineswegs nur auf die Defensive und suchten immer wieder den Weg nach vorne. Eine Hereingabe von Werner klärte ein Verteidiger vor dem einschussbereiten Poulsen (49.). Wenige Minuten später war Gulasci bei einem Zielinski-Schuss von der Strafraumkante auf dem Posten (55.). 

RB Leipzig v Napoli - UEFA Europa League

RB-Kapitän Diege Demme (l.) im Zweikampf mit Neapels Mario Rui


Mit zunehmender Spieldauer ergaben sich für die Hasenhüttl-Elf mehr Räume zum Kontern, aus denen der Vizemeister jedoch kein Kapital schlagen konnte. Neapel versuchte zwar in der Offensive Akzente zu setzen, blieb jedoch weitestgehend ungefährlich. Nach einem einfachen Ballverlust von Konate zog Dries Mertens aus der Distanz ab, brachte ​Gulasci allerdings nicht in Verlegenheit (68.). 


In der Schlussviertelstunde versuchten die 'Roten Bullen' immer wieder für Entlastung zu sorgen. Bei vielen Gegenstößen kam der letzte Pass jedoch nicht an. Neapel hingegen warf noch einmal alles nach vorne und baute die Führung weiter aus. Eine Flanke von Callejon erreichte Insigne, der aus kurzer Distanz zum 0:2 traf (86.). In den letzten Spielminuten verteidigte Leipzig mit Mann und Maus und hatte Glück, dass Callejon in der Nachspielzeit aus vielversprechender Position verzog (90.+3).