Großes Lob von Kevin-Prince Boateng. Der Eintracht-Star ist sich sicher, dass ein Frankfurter Senkrechtstarter bald im DFB-Dress auflaufen wird. Dafür wettet KPB sogar um seine Karriere. "Langfristig wird er Nationalspieler, das ist ganz klar", lautet sein Urteil.


In Frankfurt träumt man von der Champions League. Die Eintracht spielt eine überragende Saison und steht nach vier Siegen aus den letzten fünf Spielen derzeit auf Rang drei - Kurs Königsklasse. Ein entscheidender Mosaikstein in dieser Spielzeit ist Kevin-Prince Boateng. Der Star des ​Überraschungs-Teams wirkt nach seiner Rückkehr nach Deutschland gereift und ​geht als Führungsspieler voran.


Während KPBs Nationalmannschaftkarriere mit Ghana nach seinem Rauswurf bei der WM 2014 vorbei zu sein scheint, glaubt der 30 Jährige, dass die Eintracht bald wieder einen DFB-Kicker in den eigenen Reihen hat. Boateng geht sogar soweit, dass er sagt: "Wenn der nicht Nationalspieler wird, höre ich mit Fußball auf."


Die Rede ist von Marius Wolf. In Hannover aussortiert kam der 22-Jährige im Januar 2017 als Leihgabe an den Main. Ab Sommer hat die Eintracht den Flügelspieler bis 2020 fest verpflichtet. Kostenpunkt: Schlappe eine Million Euro. Während man sich in Hannover verwundert die Augen reibt, ist Wolf in Frankfurt mächtig durchgestartet. In der laufenden Bundesliga-Spielzeit kommt Wolf bei 18 Einsätzen auf starke vier Tore und sechs Vorlagen. Im 3-5-2- bzw. 3-4-3-System von Niko Kovac kommt der Senkrechtstarter über den rechten Flügel und glänzt dort sowohl als vorgezogener Außenverteidiger als auch als Flügelstürmer.

"Wenn man in die Bundesliga schaut: Wer ist in seinem Alter und viel besser?", fragt Boateng gegenüber dem kicker nicht zu unrecht. Der Deutsch-Ghanaer ist in Frankfurt gewissermaßen zum Ziehvater von Wolf geworden und versteht sich mit dem 22-Jährigen auch außerhalb des Platzes bestens. "Ich habe ihm einfach nur gesagt, dass er Vollgas geben muss. Und das macht er. Da gibt es gar keinen Halt", zeigt sich Boateng tief beeindruckt von der Entwicklung seines Kumpels. "Man muss einen Riesenrespekt vor dem Jungen haben. Nicht, weil ich mich gut mit ihm verstehe, sondern weil es sein erstes Jahr ist und man sieht, wie abgeklärt er ist und wie ruhig er mit allem umgeht. Das ist nicht normal", schwärmt er weiter. 

Wolf sei mit 22 Jahren schon so reif wie andere mit 30. "Und genau das wird ihn zum Nationalspieler machen. Der Junge weiß ganz genau, was er machen muss und arbeitet jeden Tag an seinem Körper. Langfristig wird er Nationalspieler, das ist ganz klar", bekräftigt KPB. Und wer weiß, vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange, der Bundestrainer beherzigt Boatengs Worte und Wolf wird zur Überraschung im Kader für Russland? Bei seinen aktuellen Leistungen muss der Shootingstar die Konkurrenz jedenfalls nicht fürchten.