Werder Bremen gegen den Hamburger SV - die 108. Bundesliga-Auflage des Nordderbys ist ein echtes "Schicksalsspiel". Die Bremer haben mit einem Heimsieg die Chance sich endgültig vom Nordrivalen abzusetzen. Der HSV steht nach zehn Niederlagen in Serie dagegen schon mit dem Rücken zur Wand. 


​Am kommenden Samstag treffen Werder Bremen und der HSV im Topspiel (18.30 Uhr) zum 108. Mal in der Bundesliga aufeinander. Die Hausherren haben derzeit in der Gesamtbilanz vier Siege Vorsprung. Doch weder Florian Kohfeldt noch HSV-Coach Bernd Hollerbach werden diese Statistik im Sinn haben.


Die aktuelle Situation der beiden Hanseaten birgt ohnehin schon genug Brisanz. Der HSV steht nach zehn Spielen ohne Sieg, den Fan-Ausschreitungen beim Spiel gegen Bayer Leverkusen und der Präsidenten-Wahl unter der Woche mit dem Rücken zur Wand. Die Gäste brauchen im Weserstadion dringend ein Erfolgserlebnis - andernfalls droht die Bundesliga-Uhr im Volkspark nach dem zwölften Mai stillzustehen.


Nord-Rivale Bremen hat dagegen die große Chance einen Big Point im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren. Ein Sieg gegen den HSV und Werder würde den Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz auf satte neun Punkte vergrößern. Mitleid mit dem Bundesliga-Dino verspürt Trainer Florian Kohfeldt dabei nicht: "Am allermeisten würde mir Werder fehlten. Über alles andere reden wir, wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben", antwortete er bei einer Presserunde am Dienstag auf die Frage, ob ihm der HSV im Oberhaus fehlten würde.

Max Kruse sagte bei seinem Auftritt am vergangenen Samstag im ZDF-Sportstudio bereits, er hoffe "wir sorgen dafür, dass die Stimmung beim HSV nicht besser wird. Wir wollen das aber ​mit fußballerischen Mitteln lösen".


Große Vorfreude aufs "Schicksalsspiel"


Die Vorfreude bei seinem Trainer auf das erste Nordderby als Chefcoach ist jedenfalls groß. "Es ist ein besonderes Spiel, keine Frage. Hoffe auf ein gutes Spiel mit vielen positiven Emotionen", so der 35-Jährige. "Das sind die Tage, für die wir das hier machen. Ich freue mich schon, wenn wir am Hotel losfahren und die Stimmung aufsaugen können. Freue mich wirklich sehr auf die Partie”, betonte Kohfeldt.

Wie wichtig das Nordderby für den weiteren Saisonverlauf ist, zeigt die Statistik der vergangenen Jahre. Seit der Saison 2012/2013 ist das Rückrunden-Duell der beiden Nordlichter so etwas wie ein "Schicksalsspiel" für beide Teams: Wie eine Auflistung der DeichStube zeigt, brachte ein Erfolg den Derbysieger jeweils in ruhiges Fahrwasser, während der Verlierer bis zum Ende der Saison um den Klassenerhalt zittern musste.

Für beide Teams ist das Spiel auch ohne diese ominöse Statistik richtungsweisend. Aufseiten der Hamburger sprach der neugewählte Präsident Bernd Hoffmann dabei vom perfekten Zeitpunkt für das Derby. "Schon nächsten Sonnabend, 18.30 Uhr, kommen wir mit 4.000 oder 5.000 Hamburgern zu Werder Bremen und dann werden wir dort mal so richtig aufmischen. In diesem Sinne: Nur der HSV“, befeuerte er in seiner abschließenden Wahlkampfrede Spannungen vor dem Nordduell.


Aufseiten der Bremer wurde Hoffmanns Kampfansage nicht mit besonders großem Wohlwollen aufgenommen. Trainer Florain Kohfeldt wollte sich damit aber auch nicht all zu sehr beschäftigen: "Ich konzentriere mich eher auf Bernd Hollerbach als auf Bernd Hoffmann“, so der Werder-Coach. Am Samstag will Bremen dann zurückschlagen, wichtige Punkte im "Schicksalsspiel" holen und ganz nebenbei den Erzrivalen ins Verderben schießen - mit spielerischen Mitteln, wie es Max Kurse im Sportstudio betont hatte.