Eintracht Frankfurt hat das erste Montagsspiel der Saison gegen RB Leipzig mit 2:1 gewonnen und sich somit auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben. Die Tore für taktisch herausragende Hessen erzielten Timothy Chandler und Kevin-Prince Boateng, nachdem Jean-Kévin Augustin die Gäste zunächst in Führung bringen konnte.


Eintracht Frankfurt – RB Leipzig 2:1 (2:1)


0:1 Augustin (13.), 1:1 Chandler (22.), 2:1 Boateng (26.)


Die Ausgangslage vor der Begegnung war im Grunde klar. Die Eintracht wollte mit einem weiteren Heimsieg endgültig in der absoluten Spitzengruppe Fuß fassen, während es für RB Leipzig darum ging, den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.


Eintracht-Coach Niko Kovac setzte zu großen Teilen auf die siegreiche Elf aus der Vorwoche, als die Eintracht den 1. FC Köln mit 4:2 schlagen konnte. Lediglich Abraham und Haller begannen für Russ und Jovic, zudem musste Mascarell verletzungsbedingt passen. Für ihn begann Salcedo.


Bei RB Leipzig warf Ralph Hasenhüttl hingegen die große Rotationsmaschine an, nachdem am Donnerstag mit einem Kraftakt​ in der Europa League mit 3:1 beim SSC Neapel gewonnen werden konnte. Für Kampl, Bruma, Werner und Poulsen begannen Demme, Ilsanker, Augustin und Lookman.


Der Anpfiff der Begegnung verzögerte sich zunächst um einige Minuten, da die Eintracht-Fans kontrolliert den Innenraum betraten und hinter dem Heimtor gegen Montagsspiele und grundsätzliche Kommerzialisierung protestierten. Und auch nach Anpfiff blieben die Proteste nicht aus. Mit lautstarken Trillerpfeifen sorgten die Eintracht-Anhänger dafür, dass während Leipziger Ballbesitz höchste Tinnitus-Gefahr herrschte.


Sportlich hatte die Partie zunächst wenige Höhepunkte zu bieten, wenngleich das Spielgeschehen keinesfalls müde daherkam. Und so fiel das 1:0 für die Gäste dann doch etwas überraschend. Laimer und Demme spielten auf der linken Frankfurter Defensivseite einen Doppelpass auf engstem Raum, der Österreicher bediente anschließend Augustin und dieser vollendete zur Leipziger Führung. (13.)


Die Antwort der Frankfurter folgte fast auf den Fuß. Chandler zog von links außen nach innen und schloss in bester Robben-Manier ab, verfehlte das Leipziger Tor jedoch um Haaresbreite. (14.) Und eben jener Chandler besorgte wenig später dann doch den Ausgleich. Nach einem Eckball und anschließendem Chaos tauchte der US-Amerikaner frei vor Gulacsi auf und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie (22.).


Eintracht dreht das Spiel


Wenige Minuten später hatte die Eintracht das Spiel dann gedreht: Rebic war auf links außen durch, bediente in der Mitte mustergültig Boateng im Rückraum – und der traf aus etwa elf Metern zur Führung für die Hessen. (26.)


Und nur einige Zeigerumdrehungen später hatte die Begegnung ihren nächsten Aufreger: Nach Zweikampf zwischen Sabitzer und Rebic entschied Schiedsrichter Zwayer auf Elfmeter für Leipzig. Da aber Sabitzer zuvor im strafbaren Abseits stand, nahm der Berliner Unparteiische die Entscheidung nach Rücksprache mit dem Videoassistenten in Köln zurück. (32.)


Die Begegnung gewann nun an Härte, verlor auf der anderen Seite aber an spielerischer Qualität. Einzig eine Rebic-Chance, der freistehend vor Gulacsi vergab, blieb vor dem Pausentee erwähnenswert (44.).


Anpfiff verzögert sich erneut


Und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten sich die Eintracht-Anhänger eine Aktion einfallen lassen: Mit zahlreichen Tennisbällen und Toilettenpapier wurde das Spielfeld beworfen, sodass sich der Wiederanpfiff erneut um einige Minuten verzögerte.


Das Spiel blieb hitzig, eine Reihe gelber Karten war die Folge. Sportlich aber blieb es zunächst nur nach Standards so wirklich gefährlich. Ein Chance für Frankfurts da Costa nach Wolf-Vorlage war da schon eine Ausnahme, doch der 24-jährige verzog freistehend (56.). Auf der Gegenseite scheiterte der eingewechselte Poulsen nur denkbar knapp per Kopf nach einer Leipziger Ecke (59.).


Mit enormem Aufwand schaffte es die Eintracht, die immer offensiver werdenden Sachsen vom eigenen Tor fernzuhalten. Leipzig fand Mitte der zweiten Halbzeit kein Mittel, um den Hessen wirklich gefährlich zu werden – und hatte sogar Glück, dass ein Kopfball von Haller auf der Gegenseite nur knapp sein Ziel verfehlte (67.).


Leipzig-Trainer Hasenhüttl probierte alles und brachte mit Emil Forsberg und Timo Werner zwei weitere Offensivakteure. Doch eine spielerische Lösung fand Leipzig zunächst weiterhin nicht. Frankfurt hingegen agierte clever, ließ kaum Lücken zu und sorgte immer wieder mit Entlastungsangriffen dafür, dass sich RB auch defensiv verantworten musste.


So blieb es ohne nennenswerte RB-Chance beim völlig verdienten 2:1 der Eintracht, die das Thema Europapokal langsam aber sicher auch offensiv kommunizieren darf. Leipzig hingegen fällt vorerst zurück auf den ungeliebten fünften Rang.