Während sich die Sonne wieder vermehrt am Firmament nach dem vermeintlich dunkelsten Dezember seit Menschengedenken zeigt, ziehen am Borussia-Park zu Mönchengladbach immer dunklere Wolken auf. Die Krise ist bei der Borussia nicht mehr wegzudiskutieren.


Das 0:1 in Stuttgart war die nächste bittere Enttäuschung, die die Fohlen-Fans am Sonntagnachmittag hinnehmen mussten. Während das Schneckenrennen um Europa und die begehrten Fleischtöpfe weitergeht, schafft der hochveranlagte Kader des VfL nicht mal dort, Schritt zu halten. Das 0:1 bedeutete bereits die siebte Niederlage in den vergangenen zehn Spielen, in diesem Kalenderjahr konnte nur eine Partie von fünf Begegnungen gewonnen werden.


Viel zu wenig für die eigenen Ansprüche, die zwar tiefgestapelt „einstelliger Tabellenplatz“ bedeuten, doch mit dem Fall auf Rang 10 ist selbst dieses wenig anspruchsvolle Ziel in Gefahr. Dabei kann man den Spielern das Bemühen nicht mal wirklich absprechen, allerdings werden die Vorstellungen immer erschreckender, was Harmlosigkeit und Fehleranfälligkeit angeht.

Zwar reden die Beteiligten noch von einer „schwierigen Phase“ und allenthalben wird darum gebeten, keine Panik und erst recht keine Diskussionen um das Führungspersonal zu beginnen, jedoch scheinen andere Teams der Borussia den Rang abzulaufen. Und das keinesfalls mit Hexerei, sondern schlicht aggressiverem Fußball, mehr Willen und mehr Gier.

Erneut ließ man sich den Schneid von einem Gegner abkaufen, der seine Unsicherheit selbst nie verbergen konnte und offensichtliche Fehler produzierte, die die Mannschaft von Dieter Hecking aber ebenso mal wieder nicht auch nur im Geringsten für sich nutzen konnte. Das sich dann auch der Trainer davon anstecken ließ und sich taktisch bei seinen Wechseln etwas vergriff, passt aktuell ins Bild. Der Wechsel sowohl von Vincenzo Grifo, als auch die Herausnahme von Dennis Zakaria waren unglücklich und zeigen ein wenig die Ratlosigkeit, die inzwischen Einzug erhalten hat.


Man kann es drehen und wenden, wie man möchte. Die Krise ist in Gladbach angekommen. Die Saisonziele sind zwar noch nicht akut in Gefahr, auch sind die internationalen Plätze nicht so weit außer Reichweite, dass man das Träumen ad acta legen kann. Allerdings machen wenige Dinge Hoffnung, dass es im Herbst erneut internationale Auftritte geben könnte, sofern nicht der UI-Cup noch mal kurzfristig eine Renaissance erfährt. Dieter Hecking und seine Kollegen müssen den Schalter schleunigst versuchen umzulegen. Sonst könnte im April sogar noch ganz anderes Ungemach auf die Fohlen warten.