​In einer hart umkämpften Partie drehte Bayer Leverkusen das Pokal-Spiel gegen ein starkes Werder Bremen, das früh in Führung gegangen war. Die Werkself steht nach dem Pokalfight verdient im Halbfinale.


Bayer Leverkusen  4:2  Werder Bremen

Tore: 0:1 Kruse (4.; FE); 0:2 Johannsson (7.); 1:2 Brandt (32.); 2:2 Brandt (55.); 3:2 Bellarabi (111.); 4:2 Havertz (118.)


Bayer Leverkusen wollte vor heimischer Kulisse den ersten Halbfinal-Einzug seit 2009 perfekt machen. Der Gegner aus Bremen stand zuletzt vor zwei Jahren unter den letzten Vier, scheiterte aber am späteren Sieger Bayern München. Bayer-Coach Heiko Herrlich stellte seine Offensive im Vergleich zum 0:0 in Freiburg am Wochenende gleich auf zwei Positionen um und brachte Julian Brandt und Kevin Volland für Lucas Alario und Karim Bellarabi. Florian Kohfeldt änderte seine Startelf auf drei Position und brachte u.a. den auf Schalke stark aufspielenden Aron Johannsson.

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​​Und die Gäste aus Bremen legten los wie die Feuerwehr. Bereits nach wenigen Minuten brachte Jonathan Tah Gegenspieler Max Kruse im Strafraum zu Fall. Schiri Marco Fritz zeigte zurecht auf den Punkt und der Gefoulte selbst verwandelte den Freistoß souverän zur frühen Führung (4.). 

Bayer Leverkusen v Werder Bremen - DFB Cup

Jonathan Tah verursachte mit diesem unbeholfenen Foul einen Elfmeter


Die Antwort der Leverkusener ließ nicht lange auf sich warten. Der Aufsätzer von Leon Bailey kam zwar gefährlich auf das Tor von Jiri Pavlenka, konnte aber vom tschechischen Schlussmann noch pariert werden (5.). Die Werderaner stürmten weiterhin und kombinierten sich durch die Abwehrreihe der Werkself. Torschütze Kruse glänzte als Vorlagengeber und bediente Aron Johannsson mustergültig, der per Lupfer früh auf 2:0 erhöhte (7.). 

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Aron Johansson lupft den Ball über Bernd Leno zum 2:0


Nach der turbulenten Anfangsphase beruhigte sich das Spiel ein wenig. Die Leverkusener hatten nun mehr Ballbesitz, die Bremer hatten jedoch die klareren Aktionen. Bezeichnend, dass die Gastgeber lediglich durch Konter gefährliche Angriffe einleiten konnten. Dominik Kohr stürmte auf das Tor von Pavlenka und bediente den mitgeeilten Julian Brandt mustergültig, der aus wenigen Metern nur noch ins leere Gehäuse einschieben musste (32.). 

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Julian Brandt schiebt zum 1:2 ein


Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams kamen zu guten Gelegenheiten, doch der Pausentee wurde beim Stande von 1:2 eingenommen. 

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Lars Bender musste verletzt ausgewechselt werden


​​Die zweite Spielhälfte begann, wie der erste Durchgang endete. Die Leverkusener wollten unbedingt den Rückstand aufholen und blieben am Drücker. Gut zehn Minuten nach der Pause war es Julian Brandt, der durch einen sehenswerten Treffer den lang ersehnten Ausgleich erzielen konnte (55.).

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Mit einem absoluten Traumtor glich Julian Brandt zum 2:2-Ausgleich aus


Die Gäste aus Bremen ließen sich in der Folge jedoch nicht vom Ausgleichstreffer verunsichern und spielten weiter ihren Stiefel runter. Die Werkself konnte aber nun die klareren Aktionen verzeichnen. Es entwickelte sich nun der erwartete Pokal-Fight, auch wenn die Leverkusener am Ende die Oberhand gewannen. Viel Kampf, viel Leidenschaft, in den regulären 90 Minuten fielen aber keine Tore mehr.

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In der Nachspielzeit kam es zu einer Rangelei zwischen den beiden Klubs


In der Verlängerung schalteten beide Teams einen Gang runter, man merkte, dass auf beiden Seiten die Körner fehlten. Leon Bailey verzeichnete mit seinem Pfostenschuss die einzige nennenswerte Aktion in der ersten Hälfte (102.). Auch der zweite Durchgang war geprägt von den müden Beinen eines Großteils der Akteure auf dem Platz. Doch einer hatte noch die nötige Spritzigkeit: der kurz zuvor eingewechselte Karim Bellarabi hämmerte den Ball aus nur wenigen Metern ins Netz der Norddeutschen. Und es kam noch dicker für die Grün-Weißen. Kurz vor Schluss erhöhte Kai Havertz gar noch auf 4:2 (118.). 

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Jiri Pavlenka sah beim 3:2-Treffer von Karim Bellarabi nicht gut aus


Aufgrund des zweiten Durchgangs und der Verlängerung geht der Halbfinaleinzug der Werkself durchaus in Ordnung. Eine dominante Anfangsphase reichte den Gästen aus Bremen nicht, um in die Runde der letzten Vier einzuziehen. Doch die Werderaner verabschieden sich erhobenen Hauptes aus dem diesjährigen DFB-Pokal.


Star des Spiels: Julian Brandt - Erzielte zwei Tore, eins davon in Weltklasse-Manier. Strahlte zumeist als einziger Offensivakteur der Hausherren Gefahr aus. Der absolute Matchwinner am heutigen Tag.


Flop des Spiels: Milos Veljkovic - Beim 1:2 rückte er zu schnell raus und eröffnete dem stürmenden Kohr genügend Raum, um zu Kontern, beim Ausgleichstreffer konnte der Innenverteidiger Torschütze Brandt nicht entscheidend unter Druck setzen.