Es war einer der heiß diskutierten Personalien im vergangenen Wechselwinter, doch der Transfer von Amin Younes zum SSC Neapel ging am Ende nicht final über die Bühne. Aurelio De Laurentiis, der beim Maradona-Klub die Fäden zieht, wittert eine Verschwörung, in der auch der FC Bayern eine Rolle spielen soll.


Kreativität beweist Aurelio De Laurentiis Tag für Tag. Der 68-Jährige ist neben seiner Tätigkeiten beim SSC Neapel auch als Filmproduzent tätig. Ein abenteuerliches Konstrukt strickt sich der Manager auch in der Causa Amin Younes. „Der Vertrag liegt dem Verband bereits vor. Aber wie auch immer: Es gibt eine Dreiecks-Beziehung zwischen den Deutschen, Freunden von Freunden und deren Freunden. Denken Sie darüber nach: Juventus, Bayern, ECA, Uefa. Verstehen Sie?“, so Laurentiis zur Gazzetta dello Sport.

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Amin Younes (r.) fehlte Ajax zuletzt verletzt


Hintergrund: Younes stand im vergangenen Winter-Transferfenster unmittelbar vor einem Wechsel zu den Partenopei. Der fünffache deutsche A-Nationalspieler hatte in Neapel bereits den Medizincheck absolviert. Am Ende platzte der Transfer „aus persönlichen Gründen“. Bei Ajax Amsterdam läuft sein Kontrakt zum Saisonende aus.


Laurentiis Theorie zufolge ist der FC Bayern daran beteiligt, dass der Wechsel Younes‘ am Ende nicht in trockene Tücher gewickelt werden konnte. So hätten die Münchner mitgeholfen, den Transfer zu verhindern, um Juventus Turin einen Gefallen zu tun. Juve und Napoli kämpfen in der Serie A um den Meistertitel. Juve und die Bayern pflegen seit jeher gute Kontakte, was die eingefädelten Transfers von Arturo Vidal, Kingsley Coman, Medhi Benatia und Douglas Costa untermauern.


Juve-Boss Marotta spottet über Laurentiis


Gegenüber Mediaset reagiert Juventus-Geschäftsführer Giuseppe Marotta gelassen auf die Vorwürfe von Neapel-Boss Laurentiis: „Wir wissen, dass dies nur Fallen sind, mit denen wir uns jedes Jahr auseinandersetzen müssen. Was andere über uns sagen, berührt uns nicht - es gibt uns höchstens noch mehr Motivation.“ Ironischerweise müsste Marotta Laurentiis als einen großen Mann des Kinos, „einen Joker, bezeichnen“.


Wie es mit Younes nun weitergeht? Der Wechsel des Mittelfeldspielers in süditalienische Gefilde ist aller Voraussicht nach lediglich aufgeschoben. In Amsterdam wartet er seit Anfang November auf einen Einsatz, pausierte zuletzt aber auch mehrere Wochen aufgrund einer Entzündung im Knie.