Nach der 0:1-Niederlage im Niedersachsen-Duell gegen den VfL Wolfsburg machte es Hannover 96 im Nord-Duell gegen den Hamburger SV lange Zeit besser, konnte die Führung allerdings nicht ins Ziel bringen. Auch aufgrund von zu leichtfertig vergebenen Chancen reichte es am Ende nur zu einem 1:1-Remis. Bernd Hollerbach holte damit im zweiten Spiel den zweiten Punkt - und blieb als HSV-Trainer somit ungeschlagen.


Hamburger SV - Hannover 96 1:1 (0:1)
Tor:
0:1 Fossum (37.), 1:1 Kostic (86.)
Zuschauer: 46.016


Während Hollerbach den HSV-Youngster Fiete Arp auf die Bank setzte, nahm Gäste-Coach André Breitenreiter in der Offensive eine Umstellung vor. Anstelle von Martin Harnik rückte Ihlas Bebou in die Startelf. Mit Hilfe seiner Schnelligkeit sollte der Mann aus dem Togo bei Kontern für Gefahr sorgen.


Entgegen der Vermutung Breitenreiters ("Der HSV wird Gas geben!") überließen die Hausherren Hannover 96 die Aufgabe, das Spiel zu gestalten. In der Anfangsphase war deutlich zu erkennen, dass den Hamburgern das Selbstvertrauen fehlte. Da auch 96 Probleme hatte, das Heft in die Hand zu nehmen, bekamen die Zuschauer zunächst ein wenig berauschendes Nord-Duell zu sehen.


Hannovers Fossum zeigt ungewohnte Torjäger-Qualitäten


Dennoch wurde in der ersten Halbzeit deutlich, dass Hannover die etwas stärkere und besser organisierte Mannschaft war. Folgerichtig sorgten die Gäste dann auch für die ersten richtig turbulenten Szenen. In der 36. Minute konnte HSV-Schlussmann Mathenia einen Klaus-Schuss an die Latte lenken. Eine Minute später war er bei dem sehenswerten Fernschuss von Fossum jedoch machtlos. Aus gut 20 Metern zog der eigentlich nicht als personifizierte Torgefahr bekannte Norweger unhaltbar für den Schlussmann ab.

Der Treffer der Roten entpuppte sich als ein Weckruf für den HSV, der nicht geschockt wirkte, sondern sich vor der Halbzeitpause Chancen (vor allem durch Wood) erarbeiten konnte. Kurz vor der Halbzeit hätte die Hollerbach-Elf nach Meinung der Hausherren einen Elfmeter bekommen müssen, da Sané im Duell mit Kostic zuerst den Mann und danach den Ball traf. Doch sowohl Schiedsrichter Stegemann als auch der Video-Assistent bewerteten diese Szene anders.


Bebou vergibt Riesen-Chance, HSV bestraft leichtfertige Gäste


In der zweiten Halbzeit konzentrierte sich Hannover 96 dann aufs Kontern - und die Breitenreiter-Truppe machte ihre Sache ganz ordentlich. Allerdings gingen sie zu fahrlässig mit ihren Chancen um. In der 51. Minute hatte Bebou das 2:0 auf dem Fuß, schaffte es aber freistehend vor Mathenia nicht, das Runde ins Eckige zu befördern.

Wie so häufig im Fußball wurden die vergebenen Gelegenheiten auch diesmal bestraft. Vier Minuten vor Schluss rutschte ein Salihovic-Freistoß bis an den zweiten Pfosten durch, wo der freistehende Kostic lauerte und den Ball aus spitzem Winkel im Tor unterbrachte. 

Hamburger SV v Hannover 96 - Bundesliga

So friedlich wie zwischen den beiden Trainern ging es auf dem Platz nicht zu.


Dieses 1:1 mag zwar leistungsgerecht sein, doch aus Sicht von Hannover 96 war die Punkteteilung mehr als unglücklich - zumal Kostic auch leicht im Abseits gestanden hatte. In der dritten Minute der Nachspielzeit kassierte Papadopoulos aufgrund eines Fouls kurz vor der Strafraumgrenze dann noch eine Gelb-Rote-Karte und verursachte so einen gefährlichen Freistoß. Aus Sicht von 96-Manager Horst Heldt ("Eine klare Rote Karte") hätte der Grieche nach einem Foul an Füllkrug bereits zuvor einen Platzverweis sehen müssen. Fossum war das zweite Tor letztlich nicht vergönnt, da er den Ball über das HSV-Gehäuse schoss.