Als Leon Bailey vor rund einem Jahr aus Genk nach Leverkusen wechselte, galt der Jamaikaner als großes, wenn auch noch nicht ausgereiftes Talent. Wenig verwunderlich also, dass der 20-Jährige zunächst einmal in Deutschland „ankommen musste.“ Dies hat Bailey inzwischen allerdings lange hinter sich – und er gilt als eine der heißesten Aktien im Bundesliga-Zirkus.


Würde man im Lager von Bayer Leverkusen nach einem „Spieler der Saison“ fahnden, würden vermutlich nicht wenige Stimmen auf Leon Bailey fallen. Mit wettbewerbsübergreifend zehn Toren und fünf Vorlagen in 20 Spielen hat der Youngster einen großen Anteil am Aufschwung der Werkself.

Doch der „Fluch der guten Tat“ könnte alsbald auch die Bayer-Verantwortlichen heimsuchen. Nämlich dann, wenn die Belletage des europäischen Klubfußballs ihre Fühler nach Leverkusens Flügelflitzer ausstreckt. ​Diverse Gerüchte um den FC Chelsea, Manchester United oder auch Arsenal wurden schon publik.


Dass Bayer aber keinesfalls gewillt ist den Mann der Stunde vorzeitig ziehen zu lassen, erklärte Manager Jonas Boldt im Doppelpass: "Wir wollen ihn nicht abgeben. Er hat einen langfristigen Vertrag bei uns und wir haben in Leverkusen etwas mit ihm vor.“ Und weiter: "Dass der Spieler den Verein irgendwann einmal verlässt, das ist ganz normal. Aber wann der Zeitpunkt sein wird, bestimmt Bayer Leverkusen."

In ein ähnliches Horn blies auch Sportdirektor Rudi Völler bei Sky. Bailey habe noch vier Jahre Vertrag, weshalb die Bayer-Verantwortlichen die Situation durchaus entspannt angehen: „Stand jetzt gibt es überhaupt keine Diskussion, dass wir ihn abgeben.“


Die Philosophie auf junge Spieler zu setzen und diese auf höchstem Niveau weiter auszubilden verteidigt Boldt mit Nachdruck: Wir sind ein Verein,der jungen Spieler immer wieder die Chance bietet,sich in ein Schaufenster zu stellen. Die Kontinuität,mit der bei Bayer in den vergangenen Jahren gearbeitet wurde,ist zum Beispiel ein Argument,Spieler wie Bailey von uns überzeugen zu können."

Nach einjähriger Abstinenz möchte Bayer im Sommer erneut in die Champions League einziehen. Dass die Werkself hierfür auf bestem Wege ist und derzeit vom zweiten Platz grüßt ist auch ein Verdient Baileys. Hält dieser seine Form, dürfte er mit seinen rasanten Tempodribblings schon im kommenden Herbst auf Europas größter Bühne begeistern.