Seit Sommer Legionär: So schlagen sich die Deutschen im Ausland

Sieben deutsche Bundesliga-Profis wechselten während der vergangenen Sommer-Transferperiode ins Ausland. Nach über einem halben Jahr ist es Zeit für ein Zwischenfazit. Wer hat sich in der neuen Heimat etabliert und welche Stars dürften bald wieder in der Bundesliga aufschlagen? So läuft es für die deutschen Legionäre:

7. Benedikt Höwedes

Nach 17 Jahren in 'Königsblau' geschah im Sommer das Undenkbare: Ur-Schalker Benedikt Höwedes verließ Gelsenkirchen. Nachdem ihn Neu-Trainer Domenico Tedesco als Kapitän abgesetzt hatte und der Weltmeister ins zweite Glied rückte, ließ sich Höwedes zu Juventus Turin verleihen. 3,5 Millionen Gebühr zahlte der italienische Rekordmeister. Nach 25 Spielen greift die Kaufpflicht über 13 Millionen Euro, die durch Bonuszahlungen um drei weitere Millionen steigen kann. Davon ist der 29-Jährige aber noch ein gutes Stück entfernt. Erst einmal lief er bislang für die 'Alte Dame' auf. Seine Zeit in Italien ist bislang geprägt von Muskelverletzungen - WM-Teilnahme in Gefahr, Zukunft offen. Auf Schalke läuft sein Vertrag noch bis 2020.

6. Pascal Groß

Für Pascal Groß ging es im vergangenen Sommer vom Bundesliga-Absteiger zum Premier-League-Neuling. Bei Brighton & Hove Albion spielt der ehemalige Ingolstädter eine starke Saison, erzielte in bislang 24 Liga-Einsätzen vier Tore und bereitete fünf Treffer vor. Für den offensiven Mittelfeldspieler läuft es beim Tabellen-16. aus England richtig gut. Sein Vertrag läuft noch bis 2021.

5. Felix Wiedwald

Trotz starker Leistungen in der Rückrunde wurde Bremens letztjährige Nummer eins einen Wechsel nahegelegt. Bei Werder wollten sie lieber auf Jiri Pavlenka als neuen Stammtorhüter setzten. Wiedwald wechselte für 500.000 Euro zu Leeds United in die zweite Liga Englands. Dort ist der 27-Jährige wieder erste Wahl, nachdem er zwischen dem zwölften und 18. Spieltag seinen Platz im Tor an den englischen Schlussmann Andy Lonergan verloren hatte. Als Tabellenneunter droht Leeds allerdings das Ziel Premier-League-Aufstieg zu verpassen.

4. Pierre-Michel Lasogga

Ende August folgte auch Pierre-Michel Lasogga dem Ruf der Insel und wurde vom HSV zu Wiedwalds Leeds United ausgeliehen. In seinem ersten Spiel brannte der Mittelstürmer mit zwei Toren und zwei Vorlagen gleich ein Feuerwerk ab. Fünf Tore und zwei Assists kamen in den folgenden 15 Liga-Partien dazu. Zwischenzeitlich fehlte der 29-Jährige wegen einer Oberschenkelzerrung sechs Spiele und fand sich seither häufiger auf der Bank wieder.

3. Johannes Geis

Für zwei Millionen Euro Leihgebühr ging Johannes Geis nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag von Schalke nach Spanien zum FC Sevilla. Dort kam der 24-Jährige bislang zu neun Liga-Einsätzen, fünf davon in der Startelf. In der Champions League kam er bislang nur im Hinspiel der Gruppenphase gegen den FC Liverpool zum Einsatz. Meist agiert der defensive Mittelfeldspieler bei den Andalusiern in der Innenverteidigung. Zuletzt durfte er aber auch häufiger auf seiner Parade-Position ran. Sevilla besitzt eine Kaufoption für Geis, der auf Schalke noch bis 2019 unter Vertrag steht.

2. Anthony Jung

Nach einem Jahr beim FC Ingolstadt wurde Anthony Jung von Vizemeister Leipzig im Sommer direkt wieder weiterverliehen. Dieses Mal nach Dänemark zum Traditionsklub Bröndby Kopenhagen, wo der 26 Jahre alte Linksverteidiger zum Stammpersonal gehört. Nach dem Kreuzbandriss von Marcel Halstenberg wurde bereits über eine Rückholaktion im Winter spekuliert. Eine Klausel im Leihvertrag würde das wohl ermöglichen. Bei RB läuft Jungs Kontrakt noch bis 2019.

1. Alexander Baumjohann

Alexander Baumjohann wurde von Schalkes Manager-Ikone Rudi Assauer einst als Jahrhundert-Talent angepriesen. Der ehemalige U21-Nationalspieler konnte sich aber weder auf Schalke, bei den Bayern, in Gladbach und bei Hertha BSC nachhaltig durchsetzten. Im Sommer führte der Weg des mittlerweile 31-jährigen offensiven Mittelfeldspielers nach Brasilien. Dort kam er für Coritiba FC zu lediglich zwei Joker-Einsätzen - der Klub stieg am Ende des Jahres in die zweite Liga ab. Es folgte die schnelle Trennung, Baumjohann ist seither vereinslos.

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