Der Hamburger SV hat im Abstiegskampf ein erstes Signal gesendet. Bei der Premiere von Bernd Hollerbach gelang den Hanseaten ein 1:1-Unentschieden bei Vizemeister RB Leipzig, das mit nur einem Sieg aus den vergangenen vier Spielen weiterhin schwankt. In Hamburg hingegen überwiegt nach dem Punktgewinn die Freude, doch für Hollerbach ist das noch lange kein Grund, um übermütig zu werden.

Nach vier Niederlagen in Serie konnte der Hamburger SV wieder punkten. Das Debüt von Bernd Hollerbach fand in Leipzig statt, wo man gegen zu Beginn starke Hausherren erst nach dem Rückstand in die Partie fand und sich mit dem Unentschieden für kämpferische 90 Minuten belohnte. Nachdem man bereits nach neun Minuten mit 0:1 hinten lag, nachdem der Portugiese Bruma sein drittes Tor für die Leipziger in der Bundesliga erzielte, fanden die Gäste immer besser in die Partie und sicherten sich dank des Treffers von Filip Kostic das Unentschieden.

"Wir sind schwer ins Spiel gekommen, wurden nach der Führung der Leipziger aber immer besser", wird Sportdirektor Jens Todt auf der vereinseigenen Website zitiert. Insgesamt sei es "eine tolle Mannschaftsleistung und ein Lebenszeichen" der Mannschaft gewesen. "Das haben wir gut gemacht und wir hatten in der zweiten Halbzeit sogar die klareren Torchancen", wenngleich Todt einräumte: "Natürlich braucht man gegen eine so spielstarke Mannschaft auch etwas Spielglück, was wir heute hatten."

RB Leipzig v Hamburger SV - Bundesliga

       Gulacsi umspielt und Laimer ins Leere grätschen lassen: Filip Kostic mit dem                                                                Ausgleich für den HSV

Glück hatten die Hamburger in der Tat. Nicht nur, weil Kostic gleich mit dem ersten Torschuss den Ausgleich erzielte, sondern weil er beim Anspiel von Gideon Jung möglicherweise im Abseits stand. Dem Torschützen war das letzten Endes egal: "Das war ein wichtiger Punkt. Wir haben zu jedem Zeitpunkt zusammengestanden. Das war gut. Wir haben einen starken Kampf gezeigt. Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte." Abwehrspieler Dennis Diekmeier verwies ebenfalls auf die Mentalität der Mannschaft: "Jeder war für jeden da. Egal, ob auf dem Feld oder auf der Bank."

FBL-GER-BUNDELIGA-LEIPZIG-HAMBURG

         War über 90 Minuten an der Seitenlinie aktiv: HSV-Coach Bernd Hollerbach

​Debütant Hollerbach hingegen verfiel nicht allzu sehr in Euphorie: "Es ist schön, dass wir bei der zweitbesten Heimmannschaft der Liga einen Punkt mitnehmen konnten. Das ist allerdings kein Grund, um jetzt "Juhu!" zu schreien", so der 48-Jährige, der erst seit gut einer Woche die Geschicke in Hamburg leitet. Seine Mannschaft habe "mit viel Herz und Leidenschaft gespielt, und deshalb ist der Punkt verdient." Allerdings warnte Hollerbach auch vor dem kommenden Gegner: "Wir haben jetzt ein schweres Heimspiel gegen Hannover und müssen uns darauf vorbereiten." ​Kostic schlug in die selbe Kerbe: "Jetzt haben wir ein wichtiges Heimspiel vor der Brust und müssen an unsere heutige Leistung anknüpfen", so der 25-Jährige, der gestern gemeinsam mit Bobby Wood im Angriff startete. 


​Damit auch gegen Hannover Punkte gewonnen werden, lässt Hollerbach seine Mannschaft kaum zur Ruhe kommen: Der Neu-Trainer verordnete für Sonntagmorgen 
​eine volle Trainingseinheit, um die Mannschaft weiterhin auf Trab zu halten. Trotz des Erfolges in Leipzig bleibt es im Abstiegskampf weiterhin eng: Der HSV belegt mit 16 Punkten weiterhin den 17. Tabellenplatz, hat jedoch direkten Kontakt zu Werder Bremen auf Platz 16. Das rettende Ufer ist nur vier Punkte entfernt, doch nach der Entlassung von ​Hannes Wolf kommt auch beim Konkurrenten aus Stuttgart neue Bewegung rein.