Werder Bremen will nach der Leihe von Abwehr-Talent Marco Friedl auch in der Offensive nachlegen. Gefahndet wird nach einem Ersatz für Fin Bartels. Laut Sportchef Frank Baumann habe man mehrere Kandidaten im Blick. Luca Caldirola und Izet Hajrovic könnten Werder dagegen noch verlassen - und so für größeren finanziellen Spielraum bei der Stürmer-Suche sorgen.


Die Überraschung ist perfekt. ​Werder Bremen leiht Marco Friedl für die kommenden 18 Monate vom FC Bayern aus. Die Verträge wurden am heutigen Donnerstag unterzeichnet.


Das 19-jährige Abwehrtalent ist sowohl als Alternative für die linke Innenverteidigung als auch als Backup für Ludwig Augustinsson auf der Position des Linksverteidigers eingeplant, wie Trainer Florian Kohfeldt erklärte. Möglich sogar, dass ​der U21-Nationalspieler Österreichs schon am Samstag gegen die Hertha im Bundesliga-Kader steht. "Das trauen wir ihm kurzfristig zu", so Kohfeldt weiter.

An der ​Situation von Luca Caldirola soll das nach Meinung von Sportchef Baumann nicht viel ändern. "Außer, dass er einen weiteren Konkurrenten hat. Ich kann mir vorstellen, dass Luca hier bleibt, damit wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind“, sagte der 42-Jährige.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Italiener bis zum 31. Januar das Weite sucht. Werder hat mit Friedl einen Spieler dazubekommen, der ähnlich wie Caldirola in der Viererkette links innen und außen spielen kann. Die Chancen auf die gewünschten Einsätze sind damit für Caldirola noch kleiner geworden. Ein Abgang hätte für Werder dazu den Vorteil, neben einer Ablöse auch das Gehalt des 26-Jährigen sparen zu können.


Genau wie bei Izet Hajrovic. Der 26-jährige bosnische Nationalspieler spielt unter Kohfeldt keine Rolle mehr und ​wurde am Mittwoch freigestellt, um mit anderen Vereinen verhandeln zu können - bisher allerdings ohne Ergebnis. "Izet Hajrovic wird heute im Training dabei sein, es gibt keine neuen Stand", bestätigte Baumann.

Auch beim ihm dürfte Werder stark daran interessiert sein, den Außenstürmer von der Gehaltsliste streichen zu können. Für den Sportchef blieb so ein größerer finanzieller Spielraum für die Verpflichtung eines anderen Offensivspielers. Bis zum 31. Januar soll ein Ersatz für den verletzten Fin Bartels her. 

Wer das sein könnte, wollte Baumann aber nicht verraten. "Man muss mehrgleisig fahren und nicht nur auf einen Kandidaten setzen“, so Baumann. Werder braucht wohl viel Geduld um mit geringen Mitteln einen geeigneten und finanziell machbaren Spieler zu finden. Es gehe darum, Alternativen zu haben, „wenn sich eine Variante nicht realisieren lässt“, sagte Baumann deshalb. Alles läuft wohl auf einen Last-Minute-Transfer hinaus.