Nach Sandro Wagner und Mark Uth droht 1899 Hoffenheim die nächsten Stars zu verlieren. Während Nadiem Amiri heftig von RB Leipzig umworben ist, spricht ein derzeit verletzter Nationalspieler offen über eine mögliche Rückkehr zu seinen Jugendklubs aus dem Ruhrpott. Der Confed-Cup-Sieger besitzt wohl eine Ausstiegsklausel.


Droht Hoffenheim der Sommer-Ausverkauf? Im Angriff müssen sich die Kraichgauer für die kommende Saison neu aufstellen - das ist durch den Winter-Wechsel von Sandro Wagner zum FC Bayern und den bevorstehenden Wechsel von Mark Uth nach Schalke jetzt schon klar. Serge Gnabry muss dann aller Voraussicht nach ebenfalls nach München zurück.


Dahinter drohen weitere bittere Verluste. Auf der Interessenten-Liste von U21-Nationalspieler Nadiem Amiri stehen schon lange zahlreiche Klubs aus dem In- und Ausland. ​RB Leipzig soll das Werben um den flexibel einsetzbaren offensiven Mittelfeldspieler ​intensiviert haben. Der 21-Jährige hat dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel von 17 Millionen Euro in seinem Vertrag, den er erst im Juni 2017 verlängert hatte.


Doch Amiri ist nicht der einzige Spieler aus der Kreativ-Zentrale der TSG, der nächste Saison ein anderes Trikot tragen könnte. Kerem Demirbay liebäugelt offenbar ebenfalls mit einem Wechsel. Der 24-Jährige ist derzeit am Oberschenkel verletzt, gab vor der 1:3-Pleite seines Teams gegen Leverkusen aber ein vieldeutiges Interview. "Also ehr­lich, un­in­ter­es­sant wär’s nicht. Wir wis­sen nicht, was im Som­mer pas­siert, so viel kann ich dazu sagen", meinte Demirbay bei Sky zu einer möglichen Rückkehr zu seinen Jugendklubs Borussia Dortmund und Schalke 04.

"Ich habe Be­ra­ter, der Ver­ein Ver­ant­wort­li­che, das sol­len die unter sich aus­ma­chen", so der offensive Mittelfeldspieler weiter. Nach Informationen der ​Bild soll Demirbay eine Ausstiegsklausel von rund 20 Millionen Euro im bis 2021 laufenden Arbeitspapier verankert haben. Eine Summe, die wohl einige Klubs bereit wären, für den zweimaligen Nationalspieler zu zahlen.


Zuvor wolle er sich aber auf seinen aktuellen Klub konzentrieren. "Ich werde alles dafür tun, dass die­ser Ver­ein am Ende sehr, sehr gut in der Ta­bel­le da­steht", versprach der Deutsch-Türke. Nach einem Bekenntnis zu Hoffenheim auch über die Saison hinaus klang das eher nicht.


Auch Liverpool und Milan am Confed-Cup-Sieger dran


Neben dem schon seit längerem gehandelten BVB und Erzrivale Schalke, der sich mit dem 24-Jährigen einen ​Goretzka-Nachfolger angeln könnte, gelten unter anderem auch der FC Liverpool und AC Mailand als mögliche Ziele. 


Demirbay war 2013 von der BVB-Reserve nach Hamburg gewechselt. An der Elbe schaffte er jedoch nicht den Durchbruch und arbeitete sich über Leihen nach Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf in der zweiten Liga ins Blickfeld der Bundesliga. Mit zehn Toren und vier Vorlagen für die Fortuna aus Düsseldorf spielte er 2015/2016 eine ganz starke Saison. Hoffenheim schnappte zu und überwies schlappe 1,7 Millionen Euro an den HSV. Bei der TSG bestätigte er seine Leistungen und kam in seiner Premieren-Saison auf sechs Tore und zehn Vorlagen - Hoffenheim qualifizierte sich mit Demirbay erstmals für den Europapokal.


Für ihn erreichte sein Aufstieg mit dem Confed-Cup-Sieg den vorläufigen Höhepunkt. In diesem Jahr läuft es noch nicht ganz so gut. Auch wegen zweier Muskelverletzungen kommt Demirbay bislang auf 14 Liga-Spiele, bei denen ihm zwei Tore und eine Vorlage gelangen. Dennoch besitzt der 24-Jährige weiter Außenseiterchancen, auf den WM-Zug nach Russland aufspringen zu können. Und im Sommer dann den nächsten Schritt zu einem größeren Klub zu gehen.