Für Trainer Hannes Wolf und die Anhänger des VfB Stuttgart war Carlos Mane der große Hoffnungsträger für die Rückrunde. Mit seiner​ ​erneuten Verletzung könnte das Schicksal des Portugiesen allerdings zunächst besiegelt sein. Ob der Tempodribbler jemals wieder für die Schwaben auf dem Rasen stehen wird, lässt sich heute nur schwer abschätzen.


Der 23-Jährige hatte nach einer äußerst komplizierten Knieverletzung ​zuletzt gute Fortschritte gemacht und in der Reha-Abteilung des VfB alles daran gesetzt, schon bald wieder voll mit der Mannschaft trainieren zu können. Doch heute die Hiobsbotschaft für alle, die dem VfB im Abstiegskampf die Daumen drücken: Bereits am vergangenen Sonntag hat sich der Rechtsaußen erneut schwer verletzt. Dieses Mal zog sich Mane einen Sehnenriss im rechten Oberschenkel zu.

Zwar wurde der Tempodribbler bereits erfolgreich operiert, ein Einsatz in dieser Saison ist dennoch äußerst unrealistisch. In der zweiten Liga hatte der gebürtige Lissaboner noch durch seine atemberaubenden Sololäufe für Furore gesorgt. Nur zu gern hätte er sein Können auch in der obersten deutschen Spielklasse unter Beweis gestellt, doch sein Körper machte ihm einen Strich durch die Rechnung.


​Auch für die Psyche des Flügelspezialisten ist die erneute Verletzung eine große Prüfung. VfB-Sportvorstand Michael Reschke fühlt mit seinem Schützling mit und gab gegenüber der Vereinsseite der Schwaben zu Protokoll, dass der Verein versuchen werde, ihm auch weiterhin "bestmöglich zu helfen". "Das ist eine äußerst bittere Nachricht. Ganz besonders natürlich für Carlos persönlich. Er ist ein so sympathisch, lebensfroher Junge und hat extrem auf sein 

Comeback gebrannt", so der 60-Jährige weiter.


Der ehemalige portugiesische U21-Nationalspieler ist noch bis zum Sommer 2018 von Sporting Lissabon ausgeliehen. Die Zukunft des Edeltechnikers ist durch den erneuten Rückschlag nochmals unklarer geworden. Die Schwaben besitzen eine Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro. Selbst nach der Ausgliederung der Profiabteilung der Stuttgarter vor dieser Saison, wäre diese Summe für den VfB nur mit viel Zähneknirschen zu finanzieren. 

Von den Qualitäten des Ausnahmetalents ist man auch weiterhin überzeugt, ob man jedoch dem Youngster zutraut, nach solch einer langen Leidenszeit wieder an sein altes Leistungsvermögen anzuknüpfen, darf stark bezweifelt werden. Bei einem eventuellen Abstieg wären wohl ohnehin alle Beteiligten nicht mehr von einer Weiterarbeit zu überzeugen.


VfB-Trainer Hannes Wolf machte seinem Spieler dennoch Mut und stärkte ihm gegenüber der BILD den Rücken. "Wir wissen wie gut er ist und glauben, dass er auch daraus stark zurückkommen kann. Ich würde nicht ausschließen, dass wir im Sommer nochmal sprechen", so der 36-Jährige.


Doch auch seinem Stammverein Sporting Lissabon dürfte wenig daran gelegen sein, einen Spieler im Kader zu haben, der kaum auf Einsatzzeiten kommt. Der eigentliche Plan war es ja, den Spieler bei einem Leihverein reifen zu lassen und selbst von der Ernte zu profitieren. Nun sammelte der Mittelfeldakteur in den letzten Monaten lediglich Eindrücke von den Geräten in der Reha-Abteilung der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Eine erneute Leihe ist somit durchaus noch im Bereich des Möglichen, wenn auch ziemlich unwahrscheinlich.


Für die laufende Saison reagierten die Schwaben bereits und stellten heute Neuzugang Erik Thommy vom FC Augsburg vor.