Am Samstagabend trennten sich Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke im Topspiel am 15. Spieltag der Bundesliga leistungsgerecht mit 1:1. Nach einer starken ersten Halbzeit der Gastgeber, in der die Schalker zu Beginn mit einigen Problemen zu kämpfen hatten, fand die Mannschaft von Domenico Tedesco nach der Pause besser ins Spiel und konnte so die erste Niederlage seit dem sechsten Spieltag abwenden. Trainer und Mannschaft waren nach dem Spiel zufrieden mit dem Punkt in Gladbach.

Für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach griff Schalkes Trainer Domenico Tedesco tief in die Taktikkiste. Anstelle des bewährten 3-4-3 oder 3-5-2, lief 'Königsblau' gestern in einem 4-1-4-1 System auf. Im Vergleich zum 2:2 in der Vorwoche gegen den 1.FC Köln fanden sich Stambouli, Burgstaller und Konoplyanka auf der Bank wieder, während Daniel Caligiuri auf die linke Außenbahn rückte und Breel Embolo über die rechte Seite agierte. Meyer agierte als Sechser zwischen der Abwehrreihe und dem offensiven Mittelfeld, weiter vorne spielten Harit und McKennie in der Zentrale. Franco Di Santo bildete die einzige Sturmspitze.

Die neue Formation ging nicht auf und die Gastgeber aus Mönchengladbach fanden in ihrem bewährten 4-4-2 besser in die Partie, weswegen Tedesco schleunigst wieder umstellte: "In den ersten 15 Minuten waren wir nicht gut im Spiel", wird der 32-Jährige auf der vereinseigenen Website zitiert.

Streitthema Videobeweis: "Es liegt immer im Auge des Betrachters"

Generell taten sich die Schalker gegen die Offensive der Gladbacher schwer und gerieten in der 23. Minute nach einem Tor von Christoph Kramer in Rückstand. In der Folge gab es zwei viel diskutierte Entscheidungen des Videoschiedsrichters, die die Gäste vor einem noch größeren Rückstand bewahrten: Zunächst wurde ein Tor von Lars Stindl in der 37. Minute aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben, eine Absprache mit dem Videoassistenten in Köln änderte die Entscheidung von Sascha Stegemann und dessen Assistenten Mike Pickel nicht. Kurz darauf entschied Stegemann zunächst auf Foulelfmeter für die 'Fohlen', nahm die Entscheidung nach Betrachtung der TV-Bilder in der 'Review Area' jedoch aufgrund eines vorherigen Foulspiels von Wendt an Caligiuri in der Nähe des Schalker Strafraums zurück.

Borussia Moenchengladbach v FC Schalke 04 - Bundesliga

          Schiedsrichter Sascha Stegemann bei der Sichtung des Videomaterials

"Vor dem Elfmeter war es ein Foul an Daniel Caligiuri. Das wird unser Gegner vermutlich aber anders sehen. Und das kann ich auch verstehen", urteilte Tedesco über die Szene in der 43. Minute und fügte an: "Ich denke, diese Situationen sind ein bisschen zu vergleichen mit einem Deutsch-Aufsatz: es liegt immer im Auge des Betrachters. Es exakt zu erklären, wie beispielsweise in der Mathematik, das geht nicht". Gladbachs Trainer Dieter Hecking ärgert sich über die verwirrenden Minuten: "Ich glaube, dass Daniel Caligiuri das Foul gegen Oscar Wendt provozieren wollte. Deshalb hat der Schiedsrichter aus meiner Sicht im ersten Moment richtig entschieden. Dass er dann wenige Sekunden später seine Entscheidung revidiert, finde ich schon bedenklich. Aber ich muss sie akzeptieren".


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​Insgesamt zeigte sich Tedesco mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: "Den Punkt haben wir uns durch eine engagierte Mannschaftsleistung verdient. Wir haben Vieles kontrolliert und insgesamt wenig zugelassen. Das ist gegen die starke Offensive unseres Gegners mit Thorgan Hazard und auch Lars Stindl gar nicht so einfach". Trotz der verpassten Chance von Guido Burgstaller, der mit seinem Abschluss kurz vor Ende der Partie das Tor von Yann Sommer nur knapp verfehlte, sei man über den Punktgewinn "nicht unzufrieden".

Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann schlägt in dieselbe Kerbe: "Beide Mannschaften hatten gute Torchancen. Deswegen ist es ein gerechtes Unentschieden. In der zweiten Hälfte waren wir am Drücker, aber Gladbach hatte zum Schluss auch noch mal sehr viel Ballbesitz. Wir sollten das Spiel sachlich und neutral betrachten. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, aber auch gegen eine richtig starke Mannschaft gespielt. Daher können wir mit dem Ergebnis leben". Sportvorstand Christian Heidel befand: "Wir haben in der zweiten Halbzeit verdient ausgeglichen und phasenweise sogar den Ton angegeben. Unterm Strich ist das Endergebnis leistungsgerecht".


​​​Durch das Unentschieden bleibt der FC Schalke auf dem dritten Tabellenplatz, Borussia Mönchengladbach verweilt weiterhin auf Rang vier. Am Mittwoch empfangen die 'Königsblauen' in der Englischen Woche den FC Augsburg. Gegen die Fuggerstädter soll nach drei Remis in Folge möglichst wieder ein Sieg her, um weiterhin Anschluss an RB Leipzig zu halten.