Mehmet Scholl hat mal wieder für Aufruhr gesorgt. In seiner Radiosendung „Mehmets Schollplatten“ im Bayerischen Rundfunk übte er starke Kritik an der neuen Generation von Fußball-Lehrern. Er nannte dabei namentlich Domenico Tedesco und Hannes Wolf. Wolf konterte im Anschluss an das gestrige Bundesliga-Spiel der Scholl-Kritik. Und damit ist der VfB-Trainer nicht der Einzige.

„Dass er (Scholl, d. Red.) sich als Ex-Profi über Trainer stellt, die selbst keine Profis waren, ist grenzwertig. Und ich glaube, das weiß er auch“, so Hannes Wolf gestern gegenüber Sky. Und dabei hat der Stuttgarter Coach keinesfalls eine Abneigung gegen den ehemaligen Bayern-Profi, wie er klarstellt: „Ich mag ihn sehr, seine Kreativität, seinen Humor."

Der 46-jährige Scholl hatte in seiner Radiosendung „Mehmets Schollplatten“ zum Rundumschlag gegen die sogenannten „Systemtrainer“ ausgeholt. „Die Tedescos, die Wolfs – sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben“, so Scholl. Seiner Meinung nach sind diese Trainer „nicht wirklich an den Menschen interessiert.“

Trainer-Ausbildung „Gehirnwäsche“

Nicht nur, dass der Ex-Nationalspieler die Trainer-Ausbildung beim DFB für „Gehirnwäsche“ hält. Auch größere Erfolge könnten zukünftig ausbleiben, da ganz oben nur noch „eine weichgespülte Masse ankommt, die erfolgreich sind, aber niemals das Große gewinnen wird“, so Scholl.

Und dabei haben Scholl und Hannes Wolf im Jahre 2011/2012 gemeinsam den Trainer-Lehrgang beim DFB absolviert. Und der 36-jährige Wolf hält Scholl nach wie vor für einen „offenen Typen mit vielen Ideen“, sieht die Dinge aber anders: „Ich finde schon, dass der deutsche Fußball gute Spieler hervorgebracht hat, seit es Nachwuchsleistungszentren gibt“, so Stuttgarts Trainer. Keineswegs nimmt er Scholl die Kritik allzu übel und „mag ihn trotzdem“.

Auch Reschke und Wormuth wehren sich

DFB Referee Course

Wormuth (Foto) lässt die Kritik von Scholl nicht auf sich sitzen


Und Wolf ist nicht der Einzige, der die Kritik des ehemaligen Bayern-Spielers konterte. VfB-Sportchef Michael Reschke wird von Sky Sport wie folgt zitiert: „Das ist Unsinn. Ich hoffe, dass er selber weiß, was für eine Grütze er da erzählt hat.“ Und auch der Chefausbilder des DFB, Frank Wormuth, lässt die Kritik nicht auf sich sitzen und sagte gegenüber der Bild: „Inhaltlich entbehren Scholls Aussagen jeglicher Grundlage. Ich sehe nur einen Hilferuf eines Enttäuschten.“

Scholl bleibt dabei

Mehmet Scholl selbst bleibt allerdings bei seinen Äußerungen und bestätigte dies auch der Bild: „Ich stehe selbstverständlich zu meinen Worten. Was wir jetzt in den Europapokalspielen erlebt haben, ist erst der Anfang. Wir fahren gegen die Wand. Studenten haben die Nachwuchsleistungszentren und unsere große Liebe, den Fußball, übernommen.“