Mit Transferausgaben von rund 20 Millionen Euro lehnte sich Eintracht Frankfurt in diesem Sommer verhältnismäßig weit aus dem Fenster. Der Königstransfer vom Manager-Duo Fredi Bobic und Bruno Hübner war Angreifer Sébastien Haller, der am Riederwald voll einschlug. Dafür gibt es indessen Lob von SGE-Legende Karl-Heinz ‚Charly‘ Körbel.


Anthony Yeboah ist auch den Nicht-Frankfurtern ein allgegenwärtiger Begriff. Der ehemalige SGE-Profi erzielte in 123 Ligaspielen 68 Tore für die Eintracht und holte sich zweimal die Torjägerkanone. „Haller ist so ähnlich wie früher Yeboah“, sagt Karl-Heinz Körbel dem kicker. Der Bundesliga-Rekordspieler meint Sébastien Haller, der für gut acht Millionen Euro vom FC Utrecht ins Hessenland wechselte.


Die Skepsis war zu Anfang noch recht groß, kam der gebürtige Franzose doch nur aus der niederländischen Eredivisie, deren Qualität bei weitem nicht der der Bundesliga entspricht. Der Rechtsfuß zeigte es seinen Kritikern aber schnell, fand sich nach nur wenigen Wochen zurecht in der deutschen Eliteliga, was er mit bisher fünf Saisontoren und zwei Vorlagen eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Eintracht Frankfurt v SV Werder Bremen - Bundesliga

Sébastien Haller (2 v. r.) wird von seinen Mitspielern geherzt



Körbel führt aus: „Das ist einer, den du nicht so leicht wegblasen kannst. Wenn du dem in die Wade trittst, merkt der das gar nicht - das ist wie bei Yeboah.“ Auch Frankfurts Trainer Niko Kovac zieht den Vergleich zu Yeboah: „Sebastien gewinnt die Zweikämpfe in der Luft, ist am Boden ballsicher und kaum wegzustemmen. Zu meiner Zeit in Hamburg konnte man Tony nicht mal mit einem Bulldozer wegschieben … Das Gefühl habe ich bei Sebastien nun auch.“


Haller habe von Kovac von Beginn weg das Vertrauen bekommen, „das ist das A und O. Er hat nie an ihm gezweifelt, das spürt er“, meint Körbel. „Die Mitspieler wissen jetzt aber, wie er sich bewegt, und auch Sebastien hat sich auf sie eingestellt. Er arbeitet unglaublich für das Team.“ Laut Kovac könne Haller „eine sehr große Karriere machen“. Sein Vertrag in der Mainmetropole ist bis 2021 datiert. Zeit genug also, um bei der SGE für Furore zu sorgen.