​Mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel unter Jupp Heynckes zieht der FC Bayern vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League ein. Der 2:1-Erfolg bei Celtic Glasgow war allerdings etwas schmeichelhaft. Nach dem verdienten Ausgleich der Hausherren schlug Javi Martinez postwendend zurück und sicherte so den Sieg.


Die Bayern hatten mit einem Sieg die Chance das Achtelfinale schon nach dem vierten Champions-League-Spieltag klar zu machen. Voraussetzung: Ein eigener Sieg gegen Celtic Glasgow und ein Erfolg von Paris Saint-Germain im Heimspiel gegen den RSC Anderlecht.


Jupp Heynckes nahm im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen RB Leipzig fünf Änderungen in der Startelf vor. Neben Robert Lewandowski, der wegen einer Oberschenkelverhärtung passen musste, bekamen auch Mats Hummels, Joshua Kimmich, Sebastian Rudy und Thiago eine Pause. Für das Quintett rückten Rafinha und Niklas Süle in die Viererkette. Corentin Tolisso, Arturo Vidal und Kingsley Coman rotierten im Mittelfeld in die Anfangsformation.


Ohne echten Mittelstürmer spielten die Bayern mit Coman und Robben über die Flügel, James agierte als "falsche Neun" im Zentrum. Die drei Angreifer hielten allerdings nicht starr an ihren Positionen fest, sondern rotierten immer wieder untereinander. Heynckes wollte den Ausfall seines Mittelstürmers so im Kollektiv kompensieren. 

Coman sorgt für Bayern-Führung


Im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Celtic-Park machten die Hausherren in der Anfangsviertelstunde den etwas gefährlicheren Eindruck und hatte bereits nach fünf Minuten die erste Torchance des Spiels: Als Bayern nach einem eigenen Eckball weit aufgerückt war, leitete Forrest den Konter über den rechten Flügel ein. Seine Flanke traf der freistehende Armstrong vom Fünfereck aber nicht richtig - Rafinha hatte den 25-Jährigen Schotten noch irritiert.


Das Tor der Bayern in der 22.Minute fiel dann, zu diesem Zeitpunkt, etwas überraschend. Ein langer Ball von Torwart Sven Ulreich schickte Kingsley Coman auf die Reise. Die Celtic-Defensive war kurzzeitig völlig unkonzentriert und ließ den Ball an sich vorbeifliegen. Der herausstürmende Celtic-Keeper Craig Gordon sah ebenfalls schlecht aus. Coman spitzelte die Kugel am 34-Jährigen Schlussmann vorbei, schlug noch einen Haken und schob dann den Ball gekonnt in das verlassene Tor ein.


Celtic schlug in der 30. Minute beinahe zurück - Alaba konnte die flache Hereingabe von Armstrong aber gerade noch vor dem einschussbereiten Dembelé zur Ecke klären. Weitere nennenswerten Tormöglichkeiten gab es vor der Pause nicht mehr. In einer kurzweiligen Partie ging es so mit einer knappen, aber nicht unverdienten Bayern-Führung in die Kabinen.


Celtic macht Druck und den Ausgleich - Bayern kontert schnell


In den zweiten Durchgang startete wieder Celtic besser. Nach einer guten Kombination über den kompletten Platz kam der auffällige Armstrong frei von der 16er-Kante zum Schuss. Ulreich wehrte den Aufsetzer allerdings glänzend zur Ecke ab. Der Ausgleich für Celtic Glasgow fiel dann in der 74. Minute: Amstrong mit einem überragenden Pass in die Schnittstelle auf Callum McGregor, der frei vor Ulreich den Ball durch dessen Beine ins Tor schob. Das 1:1 war in dieser Phase durchaus verdient - der Schottische Meister war bis dato im zweiten Abschnitt das bessere Team. 


Doch die Bayern zeigten Moral und schlugen 180 Sekunden später zurück. Eine Flanke von Alaba köpfte der aufgerückte Javi Martinez in die Maschen der Schotten. Dabei prallte er allerdings mit seinem Gegenspieler zusammen und zog sich eine Platzwunde am rechten Auge zu. Doch der 29-Jährige ist hart im Nehmen und kam nur wenig später, frisch getackert auf den Platz zurück.

Mit dem Erfolg im Celtic-Park und dem gleichzeitigen 5:0-Sieg von Paris Saint-Germain gegen den RSC Anderlecht sicherten sich die Bayern den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der 'Königsklasse'.