Nach einem harten Fight schaffte der FC Bayern den Sprung ins Achtelfinale des DFB-Pokals, konnte sich in Überzahl aber erst im Elfmeterschießen mit einem 6:5-Erfolg durchsetzen.


RB Leipzig 5:6 n.E. FC Bayern München


Tore:​ 1:0 Forsberg (67, FE); 1:1 Thiago (73.)


Elfmeterschießen: Timo Werner verschiesst den entscheidenden Elfmeter


Bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals kam es zum Gipfeltreffen zwischen dem Deutschen Meister Bayern München und Vizemeister RB Leipzig. Die Bayern hatten sich nach dem Trainerwechsel zuletzt wieder rehabilitiert und sind einigermaßen glimpflich aus ihrer Mini-Krise getreten. Auch der Herausforderer aus Leipzig hatte sich an den neuen Rhythmus der englischen Wochen gewöhnt, der den Bullen anfangs noch große Schwierigkeiten bereitete. Einem Spitzenspiel stand also nichts im Wege. Auch das Personal versprach eine Partie der extraklasse. Bayern-Coach Jupp Heynckes musste jedoch auf Thomas Müller, James Rodriguez und die Langzeitverletzten verzichten. Auch sein gegenüber Ralph Hasenhüttl konnte nicht aus den vollen schöpfen und ließ Timo Werner zunächst nur auf der Bank.

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Das Duell entwickelte sich in der ausverkauften Red-Bull-Arena schnell zu einer Hochgeschwindigkeitspartie. Beide Teams legten ein hohes Tempo an den Tag und die Zuschauer sahen ein Spiel auf beide Tore. Viele nennenswerte Chancen konnten sich die beiden Spitzenteams dabei aber nicht herausspielen.


Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte hatte Jean-Kevin Augustin, der von Naby Keita perfekt in Szene gesetzt wurde, bei seinem Abschlussversuch den Ball aber nicht richtig traf (28.).


In der 34. Minute entschied Schiri Felix Zwayer zunächst auf Elfmeter, ließ sich dann aber von seinem Assistenten an der Seitenlinie dazu überreden, dass das Foul von Arturo Vidal an Emil Forsberg außerhalb des Strafraumes stattfand. Mit seiner Entscheidung behielt der Referee recht, auch wenn es sich um Millimeter handelte. Trotz einer temporeichen Partie gingen die beiden Mannschaften torlos in die Kabine.

Nach der Pause drückten beide Teams weiter aufs Gas. Naby Keita hatte sich allerdings zuviel vorgenommen und kassierte kurz nach dem Seitenwechsel nach einem Trikotzupfer an Lewandowski die Gelb-Rote Karte (53.). Die Bayern wussten die Überzahl allerdings nicht zu nutzen und kamen in der Folge lediglich durch Lewandowski zu einer guten Gelegenheit (66.).


Das Tor fiel schließlich auf der anderen Seite. Nach einem zweifelhaften Foul von Jerome Boateng an Yussuf Poulsen entschied Zwayer auf Elfmeter. Aufgrund der strittigen Szenen zuvor sicherlich eine Konzessionsentscheidung. Forsberg verwandelte den folgenden Strafstoß lässig zur Führung der Hausherren (67.).

Doch die Bayern zeigten ihre enorme Qualität und ließen sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Nur sechs Minuten später besorgte Thiago per Kopf den Ausgleich (73.). Der Spanier hatte Blut geleckt und hätte Minuten später gar das Siegtor erzielen können, doch der Ball des Mittelfeldakteurs fand nicht den Weg ins Tor (79.). Die Partie musste in die Verlängerung.

​​In der Verlängerung fand RB kaum noch statt und die Bayern stürmten, was das Zeug hielt. Den Münchenern gelang es zwar, sich hochkarätige Chancen durch Kimmich (100.), und Lewandowski (105.; 106.) herauszuspielen, doch die Leipziger hatten in dieser Phase das Glück gepachtet, sodass schließlich das Elfmeterschießen herhalten musste. 


Und der tragische Held des Elfmeterschießens wurde ausgerechnet der Leipziger Hoffnungsträger Timo Werner. Der Nationalspieler verschoss den letzten Elfer, nachdem zuvor alle anderen Schützen getroffen hatten. Der FC Bayern steht nach hartem Kampf verdient im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Star des Spiels: Thiago - Nicht nur wegen seines Treffers der Mann des Spiels. Der Spanier auf seiner offensiveren Position Dreh- und Angelpunkt des Münchener Offensivspiels. Hätte heute gut und gerne drei Tore schießen können.


Flop des Spiels: Naby Keita - Der Mittelfeldmann schwächte seine Mannschaft durch seinen abermaligen Platzverweis erheblich. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn die Leipziger nicht größtenteils in Unterzahl hätten agieren müssen.