Als Gladbach-Trainer Dieter Hecking im April den Wechsel von Mahmoud Dahoud ein wenig zähneknirschend als „verfrüht“ bezeichnete, konnte man durchaus verstehen, warum der 53-jährige jene Aussage traf. Zu inkonstant waren Dahouds Leistungen, zu risikobehaftet sein Aufbauspiel. Der Deutsch-Syrer schien noch nicht reif für den Sprung zu einem europäischen Topverein – und doch hielten ihn alle Warnungen seines heutigen Ex-Trainers nicht davon ab, das Wagnis Borussia Dortmund einzugehen.


Der Saisonstart hätte für den 21-jährigen Dahoud durchaus schlechter laufen können: In sechs der sieben bisherigen Bundesliga-Begegnungen kam er zum Einsatz – und steuerte bereits drei Torvorlagen bei. Speziell in den Heimspielen gegen den 1.FC Köln und seinen Ex-Verein Borussia Mönchengladbach wusste Dahoud zu überzeugen, und ließ über 90 Minuten die Erinnerung an einen gewissen Ilkay Gündogan aufleben.


Gegenüber dfb.de zog der U21-Nationalspieler nun ein erstes Zwischenfazit. Er sei „sehr gut in Dortmund aufgenommen worden“, so Dahoud. Die Stimmung im Team der Borussen sei, dem Saisonstart entsprechend, prächtig. Und so wurde Dahouds Integration ins Dortmunder Mannschaftsgefüge fast schon zum Selbstläufer.



Die bislang ernüchternden Resultate in der Champions League hat der zentrale Mittelfeldmann inzwischen abgehakt und richtet den Blick lieber auf die kommenden Aufgaben: „Wir wollen auch in der Champions League ins Rollen kommen.“



Dass der Schritt nach Dortmund, entgegen der ursprünglichen Aussagen von Hecking, der richtige gewesen sei, betont Dahoud mit Nachdruck: „Der BVB ist eine richtig gute Adresse für junge Spieler.“ Dies liege neben der hohen Trainingsintensität auch in den zwischenmenschlichen Qualitäten seiner Mitspieler begründet. Etablierte Profis wie Nuri Sahin, Gonzalo Castro und Mario Götze würden ihn stets unterstützen und ihm mit ihrer Erfahrung wertvollen Input für seine Entwicklung geben, so Dahoud weiter.



Es scheint so, als wären Dieter Heckings Aussagen inzwischen widerlegt – Dahoud steht einmal mehr für eine selbstbewusste Spielergeneration, die die ursprünglichen Gesetze der Branche außer Kraft setzt. Und so könnte schon bald von „überfällig“ statt „verfrüht“ die Rede sein, wenn sein Wechsel in Zukunft beurteilt wird.