Sieben Punkte aus sechs Spielen: Eintracht Frankfurt ist recht ordentlich in die neue Saison gestartet​​. Doch einer, der eigentlich Führungsspieler ist, hatte daran nur wenig Anteil: Marco Russ spielte gerade einmal dreizehn Minuten, in vier Partien saß der Innenverteidiger komplett auf der Bank. Dennoch gibt Russ sich kämpferisch.


Gegen Gladbach waren es zwölf Minuten, gegen Köln gar nur eine. Russ' beide Einsätze in dieser Bundesligasaion hatten nur ein Ziel: Die drei Auswärtspunkte sicher über die Zeit bringen, dafür wurde der kantige Innenverteidiger von Trainer Niko Kovac in die Partie gebracht. Glücklich über eine solche Rolle kann eigentlich kein Bundesligaprofi sein, der auch nur annähernd Ambitionen hat.


Bei Russ sieht das anders aus. Der 32-Jährige war schon immer einer von den Fußballern, die gut reflektieren und Situationen richtig und realistisch einschätzen können. So auch jetzt während dieser eher harten Zeit.


Neu zusammengestellte Defensive funktioniert auch ohne Russ


"Wenn ich mit Kurz-Ein­sät­zen wie in Glad­bach oder Köln hel­fen kann, den Sieg über die Zeit zu ret­ten, mach' ich das gerne", zitiert die Bild nun Russ. "Da bin ich mir nicht zu scha­de. Ich muss ein­fach wei­ter trai­nie­ren und auf die Chan­ce war­ten.“ Ein mannschaftsdienlicher Spieler, so soll es sein.

Eintracht Frankfurt v Arminia Bielefeld - DFB Cup Quarter Final

Nach 13 Jahren kennt Russ das Geschäft Profifußball in- und auswendig. Nach seiner Krebserkrankung im vergangenen Jahr sieht Russ das Ganze womöglich viel entspannter, denn es gibt Wichtigeres im Leben als einen Stammplatz zu haben.


Und ohnehin: Derzeit läuft es in der Defensive auch ohne Russ ganz gut. Fünf Gegentore hat die Eintracht erst kassiert. Die neue Abwehrreihe mit David Abraham und den Neuzugängen Simon Falette und Carlos Salcedo funktioniert.


Russ wartet auf seine Chance bei Eintracht Frankfurt


"Wenn wir bei Heimspielen hoch pressen, brauchen wir schnelle Spieler wie David, Simon oder auch Carlos. Aber es wird die Zeit kommen, da werden andere Fähigkeiten gefragt sein – und auf die warte ich", zitiert hessenschau.de Russ. Er selbst weiß: "Ich war noch nie der Schnellste. Das wird sich auch nicht mehr ändern."

Bayer Leverkusen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Was soll der Trainer auch groß ändern, denkt sich Russ, wenn die Defensive doch stabil steht? "In den ersten Spielen – Leipzig mal ausgenommen – hatten wir mit die beste Abwehr, wir haben die wenigsten Gegentore bekommen und die wenigsten Großchancen zugelassen. Es bringt Unruhe rein, wenn der Trainer dann wechselt."


Russ fühlt sich derzeit wohl in seiner Haut, ist endlich wieder topfit. Er lauert auf seine Chance, um Kovac zu beweisen: 'Ich bin nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz wichtig fürs Team.' Seine Zeit wird kommen - dann reicht es auch wieder zu mehr als nur Kurzeinsätzen.