"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert" - In gewisser Weise galt dieses Motto bisher für Herthas (eigentliches) Supertalent Sinan Kurt. Dem 21-Jährigen wird mangelnde Einstellung vorgeworfen, zuletzt beschwerte sich sein Trainer Pal Dardai öffentlich. „Wenn man einen jungen Spieler immer wieder motivieren und über die Mentalität sogar heulen muss, haben wir ein Problem. Der soll seinen Arsch bewegen“, versuchte der Ungar seinen Schützling zu kitzeln. 


Das scheint Früchte getragen zu haben: Kurt hat wohl endlich verstanden, dass er seine letzte Chance in Berlin unbedingt nutzen muss. Ein erneutes Scheitern an der eigenen Mentalität würde ihn wohl in der Versenkung verschwinden lassen - wie so manch anderes vermeintliches Megatalent vor ihm.

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Sinan Kurt gibt Gas


Seit den markigen Worten seines Trainers scheint es bei Kurt im Kopf klick gemacht zu haben - das hoffen sie zumindest bei der Hertha. Schon in den letzten Tagen im Trainingslager im österreichischen Schladming habe der 21-Jährige sichtlich mehr Gas gegeben. „Jetzt macht er etwas, er spürt es, dass es seine letzte Chance ist“, attestiert Dardai. Das Offensivtalent versucht im Training das allgemeine Urteil über ihn zu revidieren. Plötzlich hängt er sich voll rein.


Ob das mit den langen Gesprächen mit Manager Michael Preetz und Coach Dardai zusammenhängt? Die Hertha-Verantwortlichen scheinen ihm auf jeden Fall seine Situation klar gemacht zu haben. Preetz hofft bei Kurt immer noch auf den Durchbruch, will den technisch versierten Dribbler nicht fallen lassen:. "Wir geben Sinan Kurt nicht auf. Der Junge hat großes Talent. Bei ihm muss es nur endlich Klick machen. Er ist jetzt in der Profiwelt“, sagte Preetz gegenüber dem Berliner Kurier. Die harte Kritik von Dardai findet er angebracht: „Manche Spieler brauchen das so, um wach zu werden.“


Wir sind gespannt, ob die Worte des Trainers Kurt wirklich die Augen geöffnet haben und sein neues Engagement nicht nur ein Strohfeuer bleibt.