Trainings-Revolution in Hoffenheim. 1899-Trainer Julian Nagelsmann unterstreicht wieder einmal seinen Ruf als "Hightech Trainer". Auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen geht es innovativ zu. Die neuste Idee: es wird eine 6 mal 3 Meter große Videoleinwand getestet, auf der das Training live übertragen wird. So könnte Nagelsmann bestimmte Situationen anhalten und den Spielern direkt auf dem Platz präsentieren.


"Wir testen die Videowall eine Woche lang, lassen sie Tag und Nacht sowie bei jeder Witterung laufen, um zu sehen, wie sie bei Wind und Wetter reagiert", so Rafael Hoffner zum neuesten Projekt des Champions-League-Qulifikanten. Hoffner ist Koordinator IT und Sport-Innovationen bei der TSG. Eine durchaus ungewöhnliche Stellenbeschreibung, die im deutschen Fußball wohl in dieser From einzigartig sein dürfte.


Kinofeeling auf dem Trainingsplatz


TSG 1899 Hoffenheim v FC Augsburg - Bundesliga

Trainer-Newcomer Nagelsmann zeigt sich begeistert von den Möglichkeiten einer solchen Viedeowall. Auf der ​vereinseigenen Homepage äußert sich Nagelsmann zu den Möglichkeiten:  "Sollte sich das System in der Testphase bewähren, könnten wir die Spieler in großen Spielformen in ihren Positionen belassen, ihnen aber dennoch Lösungen für Spielformen aufzeigen. Dafür habe ich ein iPad in der Hand, mit dem ich die Kameras steuern kann. Wenn ich eine Situation anhalte, habe ich die Möglichkeit, meine Lösungen und Verbesserungsvorschläge auf dem iPad einzuzeichnen."


Die riesige Leinwand ist auf Höhe der Mittellinie aufgebaut worden. Dort können Bilder von vier verschiedenen Kamerapositionen ausgewählt werden. Zwei Kameras sind auf einem Videoturm an der Mittellinie angebracht, die anderen beiden befinden sich jeweils hinter den beiden Toren. So können Nagelsmann und seine Assistenten das Bild jederzeit anhalten und sogar auswählen, welche Kameraposition für die bestimmte Szene am besten geeignet ist.


Training unter Nagelsmann - alles wird Videoüberwacht


Ohnehin wird im Training unter Julian Nagelsmann schon länger alles gefilmt. Die Hoffenheimer haben dafür einen Turm errichtet um die Übungen der Mannschaft aus der Vogelperspektive filmen zu können. Es gab sogar einen Testlauf mit einer Drohne, die noch bessere Aufnahmen liefern sollte. Allerdings störten die Profis die lauten Geräusche der Drohne derart, dass diese Idee schnell wieder verworfen wurde.


Klappt der Versuch mit der Videoleinwand, kann Nagelsmann die Videoanalyse direkt auf dem Platz noch leichter und schneller handhaben. In Zuzenhausen wäre man der erste deutsche Verein mit einem solchen System. Nicht nur daran und an der exotisch klingenden Stelle von Rafael Hoffner erkennt man: Bei der TSG unter Julian Nagelsmann versucht man alle Möglichkeiten auszuschöpfen.