Im Winter 2009 holte der Hamburger SV Tomás Rincón über den Teich in die Hansestadt. Der Kolumbianer lässt im Nachgang kein gutes Haar an seinem ehemaligen Arbeitgeber. Für ihn ist klar, warum sich die Rothosen Jahr für Jahr im Abstiegskampf wiederfinden. Seit seinem Abschied von der Elbe ging es für den Nationalspieler steil bergauf.

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Nachdem Tomás Rincón vorerst auf Leihbasis für den Hamburger SV spielte, wurde der Kolumbianer im Winter 2010 für 450.000 Euro fest unter Vertrag genommen. Insgesamt fünf Jahre lang schnürte der Mittelfeldspieler seine Schuhe für den Bundesliga-Dino, kam dort auf insgesamt 128 Pflichtspiel-Einsätze.


Gut drei Jahre danach erinnert er sich nicht mehr gerne an seine Zeit in der Hansestadt zurück. "Es muss eine gemeinsame Idee geben, der alle folgen müssen. Das habe ich oft vermisst", sagte Rincón der Hamburger Morgenpost. Auf die Frage, wieso sich der HSV Jahr für Jahr im Abstiegskampf befinde, antwortete der Nationalspieler: „Aus meiner Sicht liegt es daran, dass der Verein keine Stabilität hat – von oben bis unten. Sie bräuchten zwei Jahre ohne Umbruch, mit einem Trainer und einem Sportchef.“


Satte 20-mal wurde in Hamburg seit der Jahrtausendwende ein Trainerwechsel vollzogen. Aktuell betreut Markus Gisdol den Lizenzspielerkader der Hamburger. Sein zum Saisonende auslaufender Vertrag soll in Kürze verlängert werden. Am längsten im Amt befand sich bislang Thomas Doll, der von Oktober 2004 bis Februar 2007 insgesamt 836 Tage an der Seitenlinie stand.


Rincóns Kurve stieg nach seinem Abgang aus Hamburg rasant nach oben. Als Stammspieler des FC Genua wechselte der 29-Jährige im vergangenen Winter-Transferfenster für neun Millionen Euro zum italienischen Serienmeister Juventus Turin. Für die Alte Dame lief er bislang zehnmal auf, befindet sich auf Titelkurs und im Viertelfinale der Champions League.