​Football Leaks hat die dubiosen Hintergründe des Wechsels von Eintracht Frankfurts Spieler Mijat Gacinovic aufgedeckt. Der 21-jährige Serbe wurde im August 2015 von Apollon Limassol abgekauft - zumindest hatte dies den Anschein.


Für Eintracht Frankfurt läuft die aktuelle Bundesliga-Saison bislang fast perfekt. Nach 14 Spieltagen befinden sich die Hessen, noch vor Borussia Dortmund, auf dem fünften Tabellenplatz. Einen großen Anteil am Höhenflug der Eintracht hat Mijat Gacinovic. Seit zwei Jahren kickt der Serbe inzwischen im Eintracht-Trikot gegen den Ball.

"Er ist ein Top-Junge, der seinen Weg machen wird", sagt Trainer Niko Kovac. "Er gibt in jedem Training Gas und hat einen tollen Charakter." Inzwischen hat jedoch die Enthüllungs-Plattform Football Leaks aufgedeckt, welche dubiosen Verflechtungen sich hinter dem damaligen Transfer von Gacinovic verbergen.


Scheinvertrag bei Limassol


Frankfurts Neuzugang, der formell von Apollon Limassol aus Zypern gekauft wurde, hatte dort nie gespielt. Erst wenige Wochen vor seinem Wechsel in die Bundesliga wechselte der Serbe vom FK Vojvodina Novi Sad nach Zypern. Der Spieler wurde bei den Zyprioten mit einem Scheinvertrag ausgestattet, damit Investoren in der Lage waren, noch mehr Geld aus den Transfers des Spieler herauszupressen. 


Folgende Informationen sind durch den Spiegel dank der zugespielten Dokumente von Football Leaks ans Licht gekommen:


Vor Gacinovics Wechsel zur Eintracht hat sich eine kanadische Firma die Transferrechte an dem Spieler gesichert. Zu Beginn des Jahres 2015 kaufte die Firma European Sports Management für 1,4 Millionen Euro 75% der Transferrechte - zuvor hatte die kanadische Firma bereits die anderen 25% erworben. Dieser Deal musste damals schnell über die Bühne gehen, da die FIFA zum 1. Mai genau dieses Vorgehen verbieten wollte. Im Falle Gacinovics funktionierte dieses Modell noch. Der Investor verpflichtete den FK Vojvodina Novi Sad, um den Spieler schnell an einen ausländischen Klub zu verkaufen. Voraussetzung: die wahren Besitzverhältnisse durften nicht auffliegen!

Konto auf Schweizer Privatbank


So wurde Gacinovic bei Limasoll mit einem Vierjahresvertrag in Höhe von 10.000 Euro netto ausgestattet - offensichtlich ein Scheinvertrag. Der erste Teil des Dreiecksgeschäfts soll laut dem Spiegel wie folgt abgelaufen sein: Der FK Vojvodina und Apollon Limassol einigten sich am 3. August 2015 auf einen Wechsel des Spielers nach Zypern. Die vereinbarte Ablösesumme war 1,25 Millionen Euro. Noch am selben Tag wurden die Zypern noch aufgefordert die volle Transfersumme auf ein Konto in der Schweiz zurückzuzahlen. Der Empfänger der Millionensumme: die Firma European Sports Management.


So soll weiter in dem Vertrag stehen, dass Vojvodina sämtliche Rechte an dem Spieler halte, was offenkundig eine Lüge war. Auch die Transfersumme, die anschließend Eintracht Frankfurt für den 21-Jährigen hinblätterte (1,25 Millionen Euro), landete auf dem dubiosen Konto in der Schweiz. 


Frankfurt wurde hinters Licht geführt


Besonders brisant wird es, da der Eintracht beim Transfer von Apollon Limassol zugesichert wurde, dass mit dem Transfer nach Deutschland sämtliche Transferrechte an dem Spieler an die Eintracht übergehen würden. Allerdings lagen die Rechte zuvor auch nicht bei Apollon Limassol, sondern bei der Firma European Sports Management, die es geschickt zu verschleiern wusste.

Sollte Eintracht Frankfurt den jungen Serben irgendwann weiterverkaufen, dürfte ein ziemlicher Rechtsstreit entstehen. Ein wahres Chaos eben!