4:2-Torspektakel, Pajor mit Doppelpack: Die Einzelkritik zu Wolfsburgs Sieg gegen Rom

Helene Altgelt
In blendender Form: Ewa Pajor und Sveindis Jonsdottir ragten beim 4:2 heraus
In blendender Form: Ewa Pajor und Sveindis Jonsdottir ragten beim 4:2 heraus / Martin Rose/GettyImages
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Zweiter Härtetest in der UWCL-Saison: Der VfL Wolfsburg traf im vierten Gruppenspiel auf die AS Rom. Die Italienerinnen hatten Wolfsburg im vorherigen Spiel in der Gruppenphase als erstes Team in dieser Spielzeit einen Punkt abgeluchst. Im zweiten Aufeinandertreffen blieben die drei Punkte nach einem wilden 4:2 in Wolfsburg. Ewa Pajor stellte ihre herausragende Form mit einem Doppelpack erneut unter Beweis. Die Einzelkritik zu den Wölfinnen.


Tor und Abwehr

Merle Frohms (Tor): 7/10

Frohms musste während einer starken Anfangsphase direkt ihr Können beweisen und hielt gegen Haavi gut fest (6.) Auch bei Roms Distanzschüssen und Flanken auf dem Posten, so etwa in der 27. Minute. Noch eine weitere Glanztat in der 55. Minute, als sie im Eins-gegen-Eins stark rettete. Auch in der 71. Minute mit sehr guter Fußabwehr. Nur beim 2:1 sah sie nicht gut aus, ansonsten sehr solides Spiel von Frohms, die ein sicherer Rückhalt war.

Lynn Wilms (Rechtsverteidigung): 5/10

Wilms war in der Defensive nicht ganz sattelfest. Die 21-Jährige brachte sich vorne ein, sorgte mit guten Hereingaben für Gefahr. Trotzdem hatte Wilms aber vor allem defensiv viel zu tun - erst mit Haavi, dann mit Serturini. Gegen beide Gegenspielerinnen kam sie ein paar Male zu spät. So konnte Rom fast alle guten Angriffe in der zweiten Hälfte über ihre Seite spielen - darunter auch der, der zum 4:2 führte.

Kathrin Hendrich (Innenverteidigung): 6/10

Zu Beginn stimmte die Abstimmung in Wolfsburgs Abwehr noch nicht ganz, auch Hendrich wirkte wegen Roms hohem Pressing nicht ganz sicher. Danach stabilisierte sie sich, aber Rom kam trotzdem noch zu einigen Chancen. Die Lücke zwischen ihr und Wilms war in mehreren Situationen zu groß. Antizipierte in anderen Szenen aber gut.

Dominique Janssen (Innenverteidigung): 7/10

Janssens hohe Bälle hatten gegen die AS keine große Wirkung, da Rom viele zweite Bälle gewann. Die Niederländerin hatte darauf eine perfekte Antwort, schickte Pajor in der 19. Minute mit einem flachen Zuckerpass - eine Vorlage hätte sich diese Aktion definitiv verdient. Beim Verteidigen war die Niederländerin aufmerksam.

Felicitas Rauch (Linksverteidigung): 6/10

Die 25-Jährige zu Beginn mit einigen Problemen, als Rom mehrere Angriffe über ihre Seite fuhr. Nach vorne mit viel Zug im Tor, Rauch tauchte mehrmals im Strafraum auf. Im Aufbau mit gemischter Leistung, einige gute Idee, aber auch ein paar Fehlpässe. Beim 4:2 verlor sie den Luftzweikampf gegen Romas Haug.

Mittelfeld:

Lena Oberdorf (defensives Mittelfeld): 7/10

Holte sich die erste gelbe Karte der Partie ab, als sie bei ihrer Grätsche nur Gegenspielerin Greggi traf. Ansonsten war Oberdorf wie gewohnt viel unterwegs, gewann einige Zweikämpfe. Die 20-Jährige trug auch offensiv mit einer Vorlage ihren Teil bei, als sie mit einem sehr schönen langen Ball Sveindis Jonsdottir auf dem linken Flügel fand.

Lena Lattwein (defensives Mittelfeld): 5/10

Lena Lattwein
Stark beim 3:1, schwach beim ersten Gegentreffer: Lena Lattwein / Christof Koepsel/GettyImages

Spiel mit Licht und Schatten für Lattwein: Ihr Fehlpass führte zum 2:1 für Rom, als sie ohne Bedrängnis einen Fehlpass spielte. Dafür machte Lattwein diesen Fauxpas wieder wett, als sie beim 3:1 gedankenschnell war und einköpfte. Im Aufbauspiel nahm sie einige Male den Ball gut mit, leistete sich aber auch weitere Unsicherheiten.

Jill Roord (offensives Mittelfeld): keine Bewertung

Roord kam in der Anfangsphase, wie der Großteil von Wolfsburgs Offensive, nicht zum Zug. Bereits früh im Spiel verletzt ausgewechselt (12. Minute) - an dieser Stelle gute Besserung.

Sturm:

Svenja Huth (rechter Flügel): 7/10

Huth spielte wieder ihre Rolle als Ballverteilerin vom Flügel, war mit ihrer Dynamik eine Bereicherung für das Wolfsburger Offensivspiel. Einige Male war die Kapitänin in gute Kombinationen involviert, lieferte auch die Flanke zu Pajors 4:1. In den Zweikämpfen an diesem Abend nicht ganz so stark. Huth hätte Wilms vielleicht noch etwas öfter zur Hilfe kommen können, auch wenn das nicht ihre hauptsächliche Aufgabe ist.

Ewa Pajor (Sturmspitze): 8/10

Ist Ewa Pajor aktuell die torgefährlichste Stürmerin Europas? Ihr Doppelpack gegen Rom zeigt erneut, wie gut ihre Form ist. Dabei ließ die polnische Nationalspielerin auch gute Chancen aus: Sie wurde etwa in der 19. Minute wunderschön von Janssen geschickt, traf den Ball aber nicht perfekt. Wie so oft machte sie diese ausgelassene Gelegenheit aber wieder vergessen und zeigte sich in der 24. Minute nach Hereingabe von Jonsdottir eiskalt. Zum 4:1 mit einem sehr guten Kopfball.

Alexandra Popp (linker Flügel / offensives Mittelfeld): 7/10

Popp wurde in der Anfangsphase oft gesucht, setzte mit ihrer kämpferischen Art prompt eine Duftmarke. In der 18. Minute mit der Großchance zur Führung, aber ihr Abschluss geriet zu schwach und Bartoli konnte auf der Linie retten. Nach vorne war Popp immer dabei, zeichnete sich im Kombinationsspiel durch schnelle Pässe aus. Am 3:1 war die 31-Jährige maßgeblich beteiligt.

Einwechselspielerinnen:

Sveindis Jonsdottir (12. Minute für Roord, linker Flügel): 8/10

Sveindis Jonsdottir, Valentina Giacinti
Schwer aufzuhalten: Sveindis Jonsdottir / Martin Rose/GettyImages

Jonsdottir kam direkt nach ihrer Einwechslung nicht gut mit dem intensiven römischen Pressing zurecht, leistete sich ein paar Fehlpässe oder ließ sich den Ball ablaufen. Danach war die Isländerin aber zunehmend besser im Spiel, lieferte die Vorlage für das 1:0 dank Turbo-Sprint und gutem Dribbling. Ihr Abschluss zum 2:1 war technisch sehr gut gemacht, wieder spielte sie davor ihre Schnelligkeit aus. Im weiteren Spielverlauf mit vielen Aktionen - davon gelangen nicht alle, aber Jonsdottir brachte viel Schwung. Ließ in der 74. noch die große Chance zur Entscheidung liegen, als sie knapp links vorbeischoss.

Marina Hegering (69. für Oberdorf): keine Bewertung

Hegering wurde erneut auf der Sechserposition eingesetzt. Dort zeigte sie sich gewohnt solide und bewies mehrmals gutes Stellungsspiel.

Tabea Waßmuth (69. für Pajor): keine Bewertung

Waßmuth blieb eher blass und konnte wenige Akzente setzen.

Jule Brand (69. für Popp): keine Bewertung

Brand war nach ihrer Einwechselung aktiv und leitete in der 74. Minute eine sehr gute Chance von Jonsdottir ein.

Rebecka Blomqvist (92. für Svenja Huth): keine Bewertung

Ihre Einwechselung diente hauptsächlich dazu, Zeit von der Uhr zu nehmen.


WM-Experte Tobias Escher analysiert die K.o.-Runde und die Umbruchstimmung beim DFB:


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