Dem Trainer der Dortmunder Borussia gehen vor dem Spiel gegen die Berliner Hertha die Abwehrspieler aus. Sechs verletzte Defensivspieler hat Thomas Tuchel in seinem Kader zu beklagen, daher könnte der Coach bald auf die Jugend zurückgreifen und ein großes Talent erstmals in der Bundesliga testen. 


Mit Sokratis, Sven Bender, Neven Subotic, Raphael Guerreiro, Lukasz Piszczek und Erik Durm ist die Verletztenliste der Dortmunder Abwehrspieler nicht nur prominent, sondern auch äußerst lang. So setzt sich die Viererkette vor dem Spiel in Dortmund gegen Hertha BSC schon von selbst zusammen, denn mit Matthias Ginter und dem noch angeschlagenen Marc Bartra hat Tuchel nur zwei Innenverteidiger zur Verfügung, mit Joo-Ho Park und Felix Passlack nur zwei gelernte Außenverteidiger.

Bei soviel Aderlass fällt der Blick auf die eigene Jugend nicht schwer, denn nicht selten werden auf diese Art und Weise neue Stars geboren. Weil die arrivierten Kräfte verletzt sind, besteht für die jungen Talente die Chance, sich zu zeigen und auch unter Wettbewerbsbedingungen zu beweisen. Diese Möglichkeit könnte sich nun für Amos Pieper ergeben, einem 18-jährigen Innenverteidiger, der in der U19 der Schwarz-Gelben spielt. Er gilt als eines der größten Talente im Nachwuchs des BVB.


Hummels und Ramos als Vorbilder 


Dass ein Einsatz durchaus im Bereich des möglichen ist, zeigt sich daran, dass auch Thomas Tuchel große Stücke auf ihn hält. Denn der Coach nahm ihn bereits im Sommer in der Vorbereitung mit ins Trainingslager nach Kitzbühel, beim Test gegen Wuppertal stand er ebenfalls im Kader und konnte sogar einen Treffer beim 2:0-Sieg beisteuern. Beim BVB selbst spielt er, seit er 15 Jahre alt ist, im letzten Jahr gewann er mit der U19 die deutsche A-Jugendmeisterschaft. Auch für die deutsche U18-Nationalmannschaft war er schon dreimal im Einsatz.

Zu seinen stärken gehören seine Führungsstärke, nicht umsonst ist er Vize-Kapitän der U19, und seine Spielintelligenz. Seine Spieleröffnungen erinnern an einen gewissen Mats Hummels, der im Sommer zum FC Bayern gewechselt ist - nicht umsonst sind er und auch Sergio Ramos die großen Vorbilder von Pieper, wie der Youngster selbst sagt. Zudem ist er sowohl am Boden als auch in der Luft enorm zweikampfstark, was das Vorbeikommen für die Gegenspieler noch schwieriger macht.


Verlängerung steht noch aus


Doch er ist auch nicht frei von Schwächen, so ist sein linker Fuß noch sein großes Manko, auch seine Athletik ist noch nicht auf dem Stand, wie sie für einen Bundesligaspieler eigentlich sein müsste. Daran soll er jedoch bereits arbeiten und sich das nötige Rüstzeug für den Profifußball holen. Der ist nämlich sein absolutes Ziel, dafür brach er sogar eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann ab. „Das war eine Entscheidung für den Fußball. Mit Unterstützung des BVB kann ich nun noch mehr und ganz gezielt trainieren, dazu auch besser regenerieren“, so Pieper in der Sportbild.

Sein Vertrag läuft zwar zum Ende der Saison aus, doch alles andere als eine Verlängerung wäre wohl eine dicke Überraschung, denn die Verantwortlichen der Schwarz-Gelben sind absolut überzeugt von ihrem Talent. Deshalb könnte ein Einsatz bei den Profis eventuell schon schneller kommen, als gedacht. Die Möglichkeiten wären im Moment jedenfalls da.