Durch die Teilnahme von Timo Horn an den Olympischen Spielen steht fest, dass Thomas Kessler zum Pokal- und Liga-Auftakt definitiv als Nummer eins zwischen den Pfosten des 1. FC Köln stehen wird. Der Schlussmann hatte nie ein Problem damit, ins zweite Glied zu rücken.


Thomas Kessler ist einer der Spieler in der Domstadt, den man als echten „Kölschen Jung“ bezeichnen kann. Der 30-Jährige stammt gebürtig aus Köln und spielte bereits in der Jugend für den „Effzeh“. Nach Intermezzos beim FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt kehrte er 2012 an den Rhein zurück – und dort will er auch bleiben.

Colonia Cup 2015 - Day 2

Da Timo Horn Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio vertreten wird, tritt für Kessler eine Situation ein, die er in Köln so oft noch nicht vorgefunden hat: Er geht im DFB-Pokal und in der Bundesliga als Nummer eins an den Start. Für den 30-jährigen Ersatzkeeper hat jedes Spiel eine besondere Bedeutung.


„Wenn ich spiele, dann auf jeden Fall, weil ich mich über jeden Einsatz freue. Aber ansonsten geht es ja nicht um meine persönlichen Belange, sondern darum, dass der FC erfolgreich startet. Wenn ich dabei helfen kann, ist das toll“, betont Kessler im Gespräch mit der „Bild“. Auf seine insgesamt 16 Jahre FC-Zugehörigkeit ist Kessler mächtig stolz.

1. FSV Mainz 05 v 1. FC Koeln - Bundesliga

„Das macht mich auch stolz. Gerade heutzutage ist es nicht mehr üblich, dass ein Spieler 16 Jahre lang die Knochen für einen Verein hinhält“, sagt Kessler weiter. „Der FC ist und bleibt eine Herzensangelegenheit für mich. Deshalb bin ich glücklich, dass wir uns noch mal auf einen Dreijahresvertrag einigen konnten. 2011, als damals hier vieles im Argen lag, war für mich klar, dass ich dem FC in der schwierigen Situation helfen will – und das unabhängig von meinem persönlichen Wohl.“


In Köln setzte man 2012 auf Faryd Mondragon, weshalb Kessler auf Leihbasis zum FC St. Pauli wechselte: „Damals konnte ja niemand ahnen, dass er ein halbes Jahr später eine ganz eigene Pressekonferenz gibt und von heute auf morgen in die USA wechselt. Natürlich wäre es schöner gewesen, er hätte das zwei Jahre vorher gemacht.“

FC St. Pauli v VfB Stuttgart - Bundesliga

Wie viele Fans, träumt auch der Keeper von einem Auftritt in internationalen Gefilden: „Ich habe noch drei Jahre Vertrag und würde schon gerne irgendwann mal international spielen mit dem FC. Es wäre fatal, dass jetzt für die kommende Saison einzufordern. Aber vielleicht klappt es ja zum Karriereende.“ Ein Posten beim „Effzeh“ nach der aktiven Karriere wäre für Kessler „ein Traum“.