Mitte Juni wechselte Nürnbergs Ex-Coach René Weiler (42) völlig überraschend für eine Ablöse von etwa 800.000 Euro zum belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht. Nun äußerte sich der Schweizer erstmalig zu seinem Wechsel.


Nicht alle Nürnberg-Fans waren mit dem vorzeitigen Abgang ihres Trainers René Weiler vor Beginn der neuen Zweitliga-Spielzeit einverstanden. "Ein Stück weit verstehe ich das. Aber das Trainerbusiness ist viel komplexer und härter als viele Außenstehende glauben wollen. Oftmals entscheidet ja der Verein, wann es nicht mehr weiter geht und manchmal hat auch einmal der Trainer die Möglichkeit darauf Einfluss zu nehmen", rechtfertigt Weiler seinen Abgang nach Belgien. 

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  Gut gelaunt: Weiler auf der gestrigen Anderlecht-PK zum CL-Qualispiel gegen Rostow.


In Anderlecht betreut er nun einen Champions-League-Teilnehmer. Heute Abend geht es in der Qualifikation gegen den FK Rostow aus Russland. Das internationale Geschäft war wohl ein wesentlicher Faktor in der Entscheidung Weilers. "Es war ja nicht so, dass es mir und meiner Frau nicht mehr in Nürnberg gefallen hätte. Im Gegenteil! Vielmehr hat mich das Angebot aus Anderlecht einfach sehr gereizt. Ich hatte das Gefühl, dass es für meine Karriere ein Schritt nach vorne ist", erklärt der 42-Jährige.


Beim 1.FC Nürnberg war Weiler aufgrund seiner angeordneten Spielweise in der Relegation heftig in die Kritik geraten, doch dies sollte seine später getroffene Entscheidung nicht beeinflusst haben. "Selbstverständlich hatte ich keine Freude darüber, dass ich so scharf kritisiert wurde. Aber das war sicher kein Grund für meinen Abschied", so Weiler.