Sandro Wagner wurde am 33. Spieltag zum personifizierten Übel für die Hertha BSC. Der Ex-Herthaner versetze der 'alten Dame' mit seinem Treffer zum 2:1 den Todesstoß und zog anschließend noch den Zorn der Berliner Fans auf sich. Eine Geschichte mit Hintergrund.


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Sandro Wagners Zeit in Berlin war von wenig Erfolg und Zuneigung geprägt. Von 2012 bis 2015 schnürte der Stürmer seine Schuhe für die 'alte Dame', brachte es in dieser Zeit allerdings nur auf acht Treffer. Vor der Saison musterte Trainer Dardai den Bankdrücker aus, Wagner wechselte zum SV Darmstadt und erzielte prompt 14 Ligatreffer für die 'Lilien'.


Seine 14. Bude in dieser Saison traf besonders Hertha BSC schwer - in doppelter Hinsicht. Mit dem späten 2:1 begrub Sandro Wagner die letzten Champions-League-Hoffnungen der 'alten Dame' und verärgerte anschließend noch die Berliner Ostkurve. Nach seinem Treffer jubelte der Stürmer unverfroren vor der Herthaner Kurve und floh nach der Partie vor den zornigen Fans seines Ex-Teams. Sein zweifelhafter Jubel war allerdings keinesfalls böse gemeint.


Geste falsch gedeutet


"Das war nicht böse gemeint. Gerade die Ostkurve hat mich unterstützt. Aber oben gab es einige, die mich immer ausgepfiffen haben und meinten, ich sei ein Blinder", erklärte Wagner seinen Fehltritt nach dem Abpfiff. Dass er mit der Hertha noch eine offene Rechnung hatte, gab die Darmstädter Lebensversicherung allerdings auch zu: "Da sind viele Emotionen dabei. Ich wurde hier nicht so schön weggeschickt."

Gerade die Ostkurve, in denen die eingefleischten Fans des Hauptstadt-Club stehen, lobte Wagner über alle Maße: "Ich habe hier gerne gespielt. Auch wenn es heute nicht so aussah, ich habe den Fans viel zu verdanken, vor allem der Ostkurve." 


Seine Worte milderten allerdings nicht den Zorn der Hertha-Fans, die die Geste deutlich in den falschen Hals bekamen. Nach Abpfiff mussten zahlreiche Anhänger von Ordnern zurückgehalten werden, Wagners Spießrutenlauf endete mit einem kurzen Sprint in die Katakomben. 


Wechsel nach England steht bevor


Die Spannungen zwischen Sandro Wagner und der Hertha werden nach dieser Aktion wohl nicht abnehmen. Über eine erneute Kollision muss man sich in der kommenden Saison wohl aber keine Gedanken machen: "Vielleicht war es mein letztes Spiel für Darmstadt", gab der Stürmer nach dem Spiel zu Protokoll. Sandro Wagner wird die Bundesliga wohl in Richtung Premier League verlassen. Mit seinem letzten Atemzug setzte sich der Stürmer im deutschen Oberhaus allerdings noch ein wahres Denkmal.