Der koreanische Elektrokonzern LG beendet im Sommer sein Engagement bei Bayer, weshalb der Verein seit Monaten einen neuen Hauptsponsor sucht. Wie der Express berichtet, soll das Online-Kaufhaus Zalando ein heißer Kandidat auf die Nachfolge sein. 


Wie das Kölner Blatt berichtet, will sich der Online-Versandhandel der Kölner Samwer-Brüder mit Hauptsitz in Berlin im Zuge der gewaltigen Expansion im Fußball engagieren. Angeblich soll Bayer Leverkusen als deutscher Spitzenverein, der sich regelmäßig für die ChampionsLeague bzw. den Europacup qualifiziert, aus Sicht der Besitzer ein geeigneter Partner sein.


Auf Anfragen zum Stand der Dinge wollte sich zunächst keiner der Verantwortlichen äußern, gegenüber dem Express gab aber der Direktor für Marketing, Jochen A. Rotthaus, dann doch eine Erklärung ab: „Dazu kann ich nichts sagen. Klar ist, dass wir seit geraumer Zeit mit unserem Partner Sportfive mit Hochdruck daran arbeiten.“


Sponsorenschwund beim Werksklub


Der Deal mit dem koreanischen Elektrokonzern LG brachte dem Verein bislang pro Saison 4,5 Millionen Euro plus Bonuszahlungen, wenn Bayer sich für einen internationalen Wettbewerb qualifizierte. Nach dem Weggang von Heung-Min Son, der im Sommer für umgerechnet 35 Millionen Euro nach Tottenham wechselte, will LG den auslaufenden Vertrag trotz Option auf ein weiteres Jahr jedoch nicht verlängern.


Es ist nicht der erste große Sponsor, der in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit Bayer Leverkusen beendet. Zuvor haben bereits adidas und Opel das Ende ihrer Zusammenarbeit mit dem Verein zum Sommer angekündigt, woraufhin im Januar bereits verschiedene Medien fragten, ob Bayern „nicht sexy genug“ sei. Mit Zalando könnte man diesen Schwund zumindest etwas auffangen.


Wiederholung von TelDaFax-Misere bitte vermeiden


Allerdings ist auch dieser Konzern nicht ganz frei von Skandalen. Zwar ist die eine Seite der Medaille die Erfolgsgeschichte des Konzerns, der 2010 noch 150 Millionen Euro Umsatz gemacht hatte, 2015 bereits knapp drei Milliarden Euro. Auf der anderen Seite gerät der Modehändler aber auch immer mal wieder in die Schlagzeilen wegen schlechter Arbeitsbedingungen.


Denn von Leverkusener Seite hatte man bereits mit TelDaFax vor Jahren ein Debakel, was man so nicht wiederholen möchte. Nachdem der Stromanbieter Insolvenz anmelden musste, musste der Verein nach einem Rechtsstreit dreizehn Millionen Euro plus Zinsen an die Gläubiger zurückzahlen. Daher möchte man weitere Fehlgriffe bei der Sponsorenwahl nach Möglichkeit vermeiden.