Frauenfußball

3,6 Millionen Zuschauer beim UWCL-Finale: Neues Format von DAZN und YouTube ein voller Erfolg

Helene Altgelt
Barcelona v Olympique Lyonnais - Women's Champions League
Barcelona v Olympique Lyonnais - Women's Champions League / Anadolu Agency/GettyImages
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3,6 Millionen Menschen haben das Champions-League Finale der Frauen zwischen Olympique Lyonnais und dem FC Barcelona gesehen, wie DAZN vermeldet. Beim 3:1-Sieg von Lyon schalteten damit 56% mehr ein als beim letztjährigen Finale. Die Kooperation von DAZN und YouTube ist bisher ein großer Erfolg.


Zu den 3,6 Millionen kommt noch hinzu, dass das Finale in elf Ländern, darunter Frankreich und Spanien, auch im Free-TV gezeigt wurde. Die Zahlen dort sollten den Zuwachs also nochmal erheblich steigern. Insgesamt wurden die UWCL-Spiele 64 Millionen Mal aufgerufen.

Die Champions League der Frauen wurde in dieser Saison erstmalig von DAZN und YouTube übertragen. Der Deal sieht vor, dass DAZN die UWCL in der Saison 2021/22 und auch noch 2022/23 kostenlos für alle auf YouTube überträgt und in den zwei Saisons danach die Spiele nur für Abonnenten zeigt.


Die Idee des Modells ist es, zunächst eine stabile Zahl an Zuschauern zu gewinnen und sie für die Qualität der Spiele zu begeistern, damit sie danach DAZN abonnieren. Der erste Teil des Konzeptes scheint bisher aufzugehen. Wie DAZN vermeldet, konnten die Zahlen im Vergleich zur letzten Saison, als die Champions League verschiedene Anbieter je nach Land hatte, deutlich gesteigert werden.

Mehr Sichtbarkeit und Professionalität

Besonders wichtig für den Erfolg war, dass die Streams auf YouTube gratis und für alle zugänglich waren, egal in welchem Land der Welt. So war das Turnier deutlich einfacher zu finden und ein Link war für alle gültig. In den letzten Jahren gab es dagegen einen Dschungel an nationalen und internationalen Anbietern, Pay- und Free-TV. In vielen Ländern wurde die UWCL gar nicht erst übertragen. Das neue Modell sorgt dagegen für Einfachheit und mehr Sichtbarkeit.

Auch in Deutschland war der Deal ein Erfolg: In der Rangliste der Länder mit den meisten Klicks ist Deutschland auf Platz vier, hinter Spanien, den USA und Frankreich.

Nicht nur die nackten Zahlen sind positiv. So sorgte auch die professionelle Aufbereitung der Spiele mit On-Field-Interviews und guten Kameras sowie Kommentaren auf verschiedenen Sprachen und mit Experten für ein besseres Image. Auf dem You-Tube Kanal finden sich zudem zahlreiche Videos mit Highlights, Interviews, Challenges und weiteren Formaten mit den teilnehmenden Spielerinnen. All das erweckt einen professionellen Eindruck und zeigt, dass DAZN den Deal ernstnimmt.

Auch die Spielerinnen selbst zeigten sich beeindruckt von der Qualität der Übertragungen. Lyon-Star Ada Hegerberg, Rekordtorschützin der UWCL, hob den Beitrag von DAZN zur Sichtbarkeit von Frauenfußball heraus:

"Das Engagement und die Arbeit von DAZN während dieser Kampagne waren von unschätzbarem Wert. Auf persönlicher Ebene war diese Saison unglaublich, aber ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr die Qualität der DAZN-Produktion dazu beigetragen hat, die UEFA Women's Champions League zu einem Produkt zu machen, das dem Frauenfußball würdig ist. Die Zahlen zeigen, dass die Leute einschalten, wenn die Übertragung verfügbar ist. Das ist erst der Anfang. Auf geht's!"

Ada Hegerberg

Reformen zahlen sich aus: Zuschauerrekorde und Aufmerksamkeit

Die UWCL wurde nicht nur in diesem Bereich reformiert. Der Wettbewerb bekam auch eine neue Hymne, zudem wurde die Gruppenphase, wie bei den Männern, eingeführt. Das sorgte für mehr sportliche Qualität und Unberechenbarkeit. Vorjahresfinalist Chelsea schied bereits nach der Vorrunde aus, Sieger Lyon musste gegen Bayern und Juventus Niederlagen hinnehmen.

Auch auf den Rängen tat sich etwas. Der FC Barcelona brach den Rekord für die Zuschauerzahl bei einem Klub-Spiel der Frauen gegen Real Madrid, nur um diesen Rekord einige Wochen danach selber nochmal hochzuschrauben. Die Viertelfinals wurden mit der Ausnahme von Real Madrid in den großen Stadien ausgetragen, die Bayern-Frauen spielten das erste Mal in der Allianz Arena. Dadurch nahm auch die mediale Aufmerksamkeit deutlich zu.

Barcelona vs Real Madrid - UEFA Women's Champions League
Barcelona vs Real Madrid - UEFA Women's Champions League / Anadolu Agency/GettyImages

Die ehemalige Nationalspielerin Nadine Kessler, heute für die UEFA für den Bereich Frauenfußball zuständig, zog ebenfalls ein positives Fazit.

"Gemeinsam mit DAZN und YouTube, die alle Spiele kostenlos für ein weltweites Publikum streamen, ist es uns gelungen, dem Frauenfußball die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient. Auf diese Weise verändern wir die Wahrnehmung. Die gemeinsamen Investitionen mit unseren Sende- und Sponsoringpartnern und den Vereinen sind die Grundlage dafür, junge Mädchen und Jungs für den Fußball zu begeistern und davon zu träumen, selbst Profi zu werden."

Nadine Kessler

Die Reformen der Champions League haben sich ausgezahlt und gezeigt: Wenn ein ausgeglichener Wettbewerb ermöglicht wird, zudem professionell übertragen und einfach zugänglich, werden auch die Zahlen steigen. Diese Saison wurde ein sehr guter Grundstein gelegt, die Chancen stehen gut, dass die Zuschauerzahlen nächste Saison erneut steigen.


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