Das Aufstiegsrennen der 2. Liga – Die Kandidaten im Formcheck

​Trotz der 0:1-Niederlage der roten Bullen aus Leipzig gegen den FC St. Pauli wird der Klub von Brausehersteller Dietrich Mateschitz nach diesem Spieltag immer noch einen Vorsprung von mindestens 8 Punkten auf einen Nichtaufstiegsplatz haben. Aufgrund dieses Vorsprungs und der herausragenden Klasse des Kaders können die Leipziger wohl langsam aber sicher für die Bundesliga planen. Das heißt aber nicht, dass das Aufstiegsrennen deshalb gleich langweilig ist. Wir zeigen euch, wer die größten Möglichkeiten hat, hinter RB Leipzig aufzusteigen und wer noch Außenseiterchancen hat.

6. SV Sandhausen

​Eine solche Rolle, wie sie in diesem Jahr der SV Sandhausen in der zweiten Liga spielt, hätten sicher selbst die kühnsten Optimisten dem Verein aus Baden-Württemberg nicht zugetraut. Das Team von SVS-Coach Alois Schwartz steht auf einem starken siebten Rang und hat lediglich sechs Niederlagen in 21 Partien kassiert. Zudem wurden der Mannschaft vor der Saison bereits drei Punkte wegen Lizenzvergehen abgezogen, womit Sandhausen eigentlich auf Tabellenplatz 5 stehen müsste und somit noch mehr Chancen für einen eventuellen Aufstieg hätte. Aber es ist bereits jetzt schon schwer vorstellbar, dass der Verein aus dem Randgebiet von Heidelberg im nächsten Jahr gegen den FC Bayern, Dortmund und Schalke spielt. Außenseiterchancen für einen Relegationsplatz bei nur sechs Punkten Rückstand gibt es aber durchaus, auch wenn der Reiz einer Relegationspartie mit dem SVS überschaubar bleibt.

5. Eintracht Braunschweig

Einen Rang davor und mit einem Punkt mehr auf dem Konto stehen die 'Löwen' aus Braunschweig. Anders als beim SC Paderborn dieses Jahr sind die Braunschweiger nach dem direkten Abstieg aus der Fußballbundesliga nicht auseinandergefallen, sondern haben Ruhe bewahrt und einfach weiter ihre Arbeit gemacht. Allen voran Torsten Lieberknecht, der erfreulicherweise nicht wie sonst üblich in der Branche irgendwann abgesägt wurde. Allerdings gehen die Niedersachsen auch mit den Anspruch durch die Saison, durchaus aufsteigen zu wollen und hinken deshalb den eigenen Ansprüchen ein wenig hinterher. Mit erst 17 Gegentreffern stellt man aber nach wie vor die beste Defensive der Liga, und der 1:0-Sieg im letzten Spiel gegen die Arminia aus Bielefeld sollte nochmal Selbstvertrauen geben. Abschreiben sollte man das Team von Lieberknecht daher noch nicht, denn er hat bereits Erfahrung mit Bundesligaaufstiegen.

4. VfL Bochum

Nach einem prächtigen Saisonstart mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen rangierte der VfL lange Zeit auf Rang Eins. Dann allerdings gab es eine Durststrecke vom 11. bis zum 17. Spieltag, in der das Team von Gertjan Verbeek keinen einzigen Sieg einfahren konnte und die Westfalen wurden schließlich bis auf den achten Platz durchgereicht. Damit schienen bereits alle Aufstiegshoffnungen begraben zu sein, doch durch den 2:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den Mitfavoriten aus Freiburg und das Pokalspiel unter der Woche gegen den FC Bayern haben die Bochumer erneut eine Euphorie im Pott angefacht, die den Verein durchaus noch in die Bundesliga tragen könnte. Derzeit sind es fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang, sieben auf einen direkten Aufstiegsplatz. Bei noch vierzehn ausstehenden Partien ist für den VfL so noch eine ganze Menge möglich. Mit einem Sieg im Montagsspiel gegen den 1. FC Nürnberg könnte man ein erstes Zeichen setzen.

3. FC St. Pauli

Die Mannschaft von Ewald Lienen hat sich in dieser Saison bislang prächtig verkauft und übertrifft damit die Erwartungen, die man vor der Saison beim Kiez-Klub hatte. Gerade mal fünf Niederlagen hat man in zwanzig Spielen hinnehmen müssen, einzig die Torausbeute bereitet etwas Kopfzerbrechen. Mit gerade mal 24 Treffern hat man die mit Abstand wenigsten aus dem oberen Tabellendrittel. Sollte daher das Torverhältnis am Ende mit entscheidend sein, muss die Offensive der Hamburger dringend nachbessern, denn eine Bilanz von +5 richtet da oben wenig aus. Um das Aufstiegsrennen aber komplett spannend zu halten und eine Euphorie entfachen zu können, die die Mannschaft durch den Frühling trägt, kam der Sieg gegen die Bullen aus Leipzig zum richtigen Zeitpunkt. Dank dieser drei Punkte ist St. Pauli mittendrin im Aufstiegsrennen und hat noch alle Chancen, im nächsten Jahr erstklassig zu spielen.

2. 1. FC Nürnberg

NUREMBERG, GERMANY - DECEMBER 04:  Niclas Fuellkrug (2nd R) of Nuernberg celebrates scoring the opening goal with his team mates during the Second Bundesliga match between 1. FC Nuernberg and SC Paderborn 07 at Grundig-Stadion on December 4, 2015 in Nuremberg, Germany.  (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Im Windschatten des SC Freiburg und der Leipziger haben sich heimlich, still und leise die Franken aus Nürnberg auf den dritten Platz vorgeschoben. Nach dem Abstieg 2014 schloss man die letzte Saison auf einem enttäuschenden neunten Platz ab, nichts war es mit dem direkten Wiederaufstieg. Alles schien auf den ganz großen Umbruch hinzudeuten und es war damit zu rechnen, dass der 'Glubb' erstmal für längere Zeit nicht im Oberhaus zu sehen sein wird. Mit dem Schweizer Rene Weiler hat man aber einen kompetenten jungen Trainer verpflichtet, der es geschafft hat, dem Team eine Idee zu implementieren, die konsequent umgesetzt wird. So haben die Nürnberger gemeinsam mit den Freiburgern nur vier Niederlagen bislang kassiert, seit zehn Spielen sind die Franken ungeschlagen, die letzten sechs wurden allesamt gewonnen. Der 1. FC Nürnberg ist auf Rang Drei derzeit der ärgste Verfolger des Favoritenduos, das Montagsspiel gegen Bochum wird richtungsweisend sein.

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1. SC Freiburg

Ein Abstieg ist in Freiburg nichts besonderes mehr, dass wissen sie an der Dreisam seit Jahren. Denn man weiß, dass man sich trotzdessen zu den besten 25 Vereinen in Deutschland zählen kann. Ob man nun unter den ersten achtzehn in der Bundesliga spielt, oder im oberen Drittel der zweiten Liga, die Verantwortlichen im Breisgau können ihre Lage schon sehr genau einschätzen. Daher muss der Verein auch, nach dem behutsamen Aufbau neuer Talente, im Schnitt alle zwei bis drei Jahre wieder runter. Zu gut für die Zweite, zu schlecht für die Erste. Das ist Freiburgs Los. Auf der anderen Seite sieht man daran, wie man aus wenig viel schaffen kann und wie man mit wenigen finanziellen Mitteln den großen Klubs trotzdem ein Bein stellen kann. Im Breisgau sind sie inzwischen so routiniert, was Aufstiegs- und Abstiegskampf angeht, dass auch die derzeitige Schwächephase bei Trainer Christian Streich keine Panik auslösen wird, sondern sich seine Mannschaft schon bald wieder im Aufstiegsrennen zurückmelden wird.

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