​RB Leipzig befindet sich nach der Hinrunde auf dem Weg in die erste Bundesliga, gemeinsam mit Freiburg hat man bereits sechs Punkte Vorsprung auf Platz 3 und acht Punkte auf Platz vier. Dennoch gewinnen die Sachsen meistens nur knapp, bei sieben der zehn Siege hatte RB nur ein Tor mehr geschossen als der Gegner, warum schafft es RB nicht die Liga mit dem besten Kader zu dominieren?


Der Kader ist mit einem Marktwert von fast 40 Millionen mehr als doppelt so teuer wie der Durschnittliche Zweitliga-Kader (17 Millionen) und Spieler wie Davie Selke oder Marcel Sabitzer haben das Format, um mindestens bei soliden Erstligamannschaften zu spielen. Doch die Offensive ist mit 26 Toren nur die fünftbeste der Liga und immer wieder ist sie trotz ihrer enormen Klasse von Einzelaktionen abhängig, zum Beispiel beim Spiel in Karlsruhe. 


Man könnte denken, dass die fehlende Dominanz durch die zusätzliche Motivation der Gegner bedingt ist, denn der überlegene Kader der Sachsen sorgt gemeinsam mit der Abneigung der meisten Fans gegenüber Leipzig dafür, dass die Spiele für jede Heimmannschaft besonders sind. Doch ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Probleme eher im eigenen Zentralstadion liegen. Auswärts ist RB noch ungeschlagen und stellt mit 21 Punkten aus neun Spielen sogar die beste Auswärtsmannschaft der zweiten Liga. Zwar konnte man auswärts nur ein Spiel mit mehr als einem Tor Unterschied gewinnen, doch auch der stärkste Aufstiegskonkurrent aus dem Breisgau hat auswärts nur ein Spiel deutlich gewonnen.


RB Leipzig v SC Paderborn - 2. Bundesliga

Während Freiburg jedoch daheim regelmäßige Schützenfeste veranstaltet, hat Red Bull Leipzig bei Heimspielen öfter Probleme und belegt auch nur Rang 5 in der Heimtabelle. Zwar konnte man zuletzt mit 4:2 gegen den MSV Duisburg gewinnen, doch das Ergebniss klingt eindeutiger, als das Spiel war. Bis zur 85. Minute lagen die Sachsen sogar hinten, bevor sie das Spiel in der Schlussphase drehten. Bis zur 85. Minute zeigte die Partie die Probleme der Sachsen sehr gut auf. Zwar konnte der Tabellenzweite die Partie gegen das Schlusslicht dominieren, doch klare Chancen kamen nur selten zustande. Obwohl RB bei Heimspielen fast 55% Ballbesitz hat, fehlen der Mannschaft von Ralf Rangnick oft die Ideen im letzten Drittel. Außerdem fehlt Leipzig bei Heimspielen oft die Effizienz. In der Chancenverwertung belegen die Sachsen auch nur Platz 10 in der zweiten Liga, obwohl man nach Freiburg die zweitmeisten Schüsse abgibt, trifft man zu selten.


Vor allem der Unterschied zwischen Heim- und Auswärsspielen fällt auf. Während man Auswärts die Chancen oft sehr entschlossen ausspielt, geht die Gefahr bei Heimspielen abhanden. Man hat das Gefühl, dass die Mannschaft von Ralf Rangnick in Auswärtsspielen eine "Wir gegen den Rest der Welt"-Mentalität entwickelt hat und dementsprechend auch um jeden Preis p,unkten will, während daheim oft der letzte Wille fehlt.


Da Ralf Rangnick für seine Fähigkeiten eine Mannschaft zu entwickeln bekannt ist, ist es jedoch nur eine Frage der Zeit bis Red Bull Leipzig auch bei Heimspielen effizienter wird, daher sind die Sachsen trotz fehlender Dominanz auf dem besten Weg in Richtung Bundesliga.