Die roten Bullen aus Leipzig lagen bis kurz vor Schluss gegen das Kellerkind aus Duisburg mit einem Tor hinten, schossen dann aber in den letzten fünf Minuten noch drei Treffer. Damit unterstreicht der Aufstiegsaspirant seine Ambitionen.


Es schien, als bahne sich am Sonntag-Nachmittag eine Überraschung im Leipziger Zentral-Stadion an. Als der Außenseiter in der 80. Minute durch das erste Saisontor von Kevin Scheidhauer mit 1:2 in Führung ging, dachten viele, dass es gegen den Tabellenletzten daheim einen ordentlichen Dämpfer geben würde. „Kaum einer im Stadion hätte da wohl noch auf einen Sieg von uns gesetzt“, sagte Bullen-Trainer Ralf Rangnick nach dem Spiel.


Drei Tordebüts bei der Wende


Dann jedoch kam alles anders. Erst traf Nils Quaschner, der in der 75. Minute für den glücklosen Davie Selke ins Spiel kam, ebenfalls mit seinem ersten Saisontor im zwölften Spiel für die roten Bullen zum 2:2-Ausgleich und nach dem Spielverlauf hätte sich niemand über die Punkteteilung beschweren dürfen. Zwar hatte Leipzig größtenteils die Spielkontrolle in diesem Duell, allerdings waren die Aktionen von RB nicht zwingend genug. Mit einem Kopfball überwand Quaschner MSV-Keeper Ratajczak nach einer Ecke von Emil Forsberg.


Nur zwei Minuten später war es erneut ein Kopfball nach einer Ecke, der für die 3:2-Führung für Leipzig sorgte und es war erneut ein Einwechselspieler, mit dem Rangnick ein glückliches Händchen bewies. Der türkische Nationalspieler Atinc Nukan, der sein Debüt für das Nationalteam im letzten Monat gegen Katar (1:2) gab, kam in der 68. Minute für Marvin Compper ins Spiel und köpfte ebenfalls nach einer Forsberg-Ecke zur Führung für die Bullen ein.


Die Einwechselspieler sorgen für den Sieg


Es war erst der vierte Einsatz des 22-jährigen in Dress der Bullen, der im Sommer vom türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul für fünf Millionen Euro nach Sachsen wechselte. Daher war Nukan nach dem Treffer auch sichtlich erleichtert. „Mein erstes Tor für Leipzig. Ich hatte ein schwere Zeit, war lange verletzt. Ich will noch viele glückliche Momente hier erleben“, so der Verteidiger. Dass er zuvor noch unglücklich gegen Scheidhauer beim 1:2 das Abseits aufgehoben hatte, interessierte in dem Moment niemanden mehr.


Mit der Führung im Rücken spielte Leipzig die Meidericher nun an die Wand und setzte in der Schlussminute sogar noch einen drauf. Der dritte Einwechselspieler, Massimo Bruno, der bereits zur Halbzeit für Diego Demme in die Partie kam, setzte sich auf der linken Seite im Duisburger Strafraum durch und ging bis an die Grundlinie. Mit einem frechen Tunnel durch die Beine von MSV-Torhüter Ratajczak legte Demme den Ball für Yussuf Poulsen vor, der mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 ebenfalls erst seinen ersten Saisontreffer erzielte und der für das 4:2 nur noch den Fuß hinhalten musste.


„Freue mich extrem“


Der Däne machte den Deckel drauf, erzielte den Doppelpack und Leipzig behielt die drei Punkte im eigenen Stadion. Dass auch bei ihm der Knoten endlich geplatzt ist, registrierte auch sein Trainer wohlwollend. „Yussi ist immer positiv geblieben. Ich freue mich extrem für ihn!“ Mit diesem Sieg stehen die Bullen nun punktgleich mit dem SC Freiburg an der Spitze der zweiten Liga und es ist kaum vorstellbar, dass sich das Team von Ralf Rangnick mit bereits sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz dort noch mal verdrängen lässt. Gut möglich, dass es im nächsten Winter nicht mehr gegen Duisburg, Sandhausen oder Heidenheim geht. Dann heißen die Gegner Dortmund, Bayern und Wolfsburg.

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