Alexander Zorniger kam als großer Hoffnungsträger zum VfB Stuttgart und enttäuschte bisher auf ganzer Linie, denn alle drei Ligaspiele gingen verloren. Und nun erhebt auch die VfB-Legende Buffy Ettmayer seine Stimme gegen ihn.


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Im Interview mit der BILD ließ Buffy Ettmayer, der von 1971 bis 1975 in Stuttgart spielte, mal ordentlich Luft ab und stellt die Arbeit von Zorniger massiv in Frage. So kritisierte er beispielsweise das System, welches die Mannschaft spielt: „Du kannst als neuer Trainer nicht ein System spielen wollen, das du als Trainer im Kopf hast, aber die Mannschaft nicht umsetzen kann. Der VfB hat nicht die Spieler dazu. Gegen Frankfurt zum Beispiel: Nach Anpfiff stürmen fünf Spieler auf den Gegner zu, ich habe gedacht, der 3. Weltkrieg bricht aus. Und am Ende kommt nichts dabei raus. Außerdem werden die Spieler aufgrund der Laufarbeit nach 75 Minuten müde. Und da fehlt dem VfB dann die Qualität, um nochmal wechseln zu können. Du kannst halt mit einem Fiat Panda keine 250 fahren.“


Des Weiteren meinte Ettmayer, dass Zorniger laut seiner Meinung nur noch wenig Zeit hat, bis die ersten heftigen Kritiken auf ihn niederprasseln: „Wenn du jetzt in Berlin nicht wenigstens einen Punkt machst, ist natürlich Alarm. Irgendwann wird das Volk auch unruhig. Ich denke aber, dass man ihm zumindest Zeit bis Ende der Vorrunde geben wird.“


Hat Ettmayer recht?


Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob und in wie vielen Punkten Ettmayer mit seinen Aussagen recht hat. Selbstverständlich wurde von Zorniger in den ersten Partien nicht alles richtig gemacht, denn nicht ohne Grund hat man noch keinen einzigen Zähler auf dem Konto. Man darf aber nicht vergessen, dass die Niederlagen gegen Köln (dort dominierte der VfB in den ersten 60 Minuten klar die Partie) und vor allem in Hamburg (der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit) extrem unglücklich zustande gekommen sind.


Zwar hat das Zornigers System noch einige Schwächen, die Ettmayer auch korrekt aufweist, doch alles schlecht zureden ist nicht berechtigt. Daher ist davon auszugehen, dass der Coach auch nach einer Niederlage in Berlin noch beruhigt weiterarbeiten kann, ohne direkt um seinen Job zu fürchten. Dennoch müssen demnächst die passenden Ergebnisse kommen, denn ohne Punkte ist der Klassenerhalt nur schwer zu schaffen. Man muss einfach noch ein wenig Geduld haben und dann wird der Erfolg mit der Zeit kommen.