Derzeit können es Fußballfans von aller Welt kaum erwarten, Neuigkeiten über die Trikots ihrer Lieblingsvereine für die kommende Spielzeit zu erfahren. Welche Farbe wird das Jersey haben? Aus welchem Stoff wird es sein, in welchem Design? 


Luxusfragen, die man sich zu Beginn der Geschichte des Fußball-Trikots nicht stellte.  


Erste Schritte

TI

Es ist schwer zu glauben, dass - als der Fußball erstmals im viktorianischen England gespielt wurde - die Mannschaften ohne Trikotsätze auskommen mussten. Die Akteure trugen ihre eigene Sachen, zeichneten sich von der gegnerischen Mannschaft nur durch farbige Mützen oder Socken ab. Als die Teams begannen in einheitlichen Trikots aufzulaufen, waren die Farben des Jerseys meist vom sozialen Hintergrund geprägt. In einer Zeit, in der sich vor allem die Mittel- und die Oberschicht mit dem Fußball beschäftigten, gab es Trikots in nahezu jeglicher Farbkombination. Sporthosen, wie wir sie heute kennen, gab es zu dieser Zeit nicht. Die Spieler mussten sich mit Kniebund- oder langen Hosen begnügen, die durch Gürtel oder Hosenträger gehalten wurden. Schienbeinschoner sind heutzutage ein absoluter Standard, im 19. Jahrhundert waren diese Geräte allerdings völlig neu und seltsam und wurden meist aus alten Kricketpolstern geformt.


Business-Casual

TII

Ebenso wie der Fußball, entwickelten sich auch die Trikots im 20. Jahrhundert weiter. Die 'Football Association' legte Regeln fest, die besagten, dass die Kniebundhosen bis unter das Knie fallen mussten. Darüber hinaus mussten die Hosen der Torhüter eine andere Farbe als die der Feldspieler aufweisen. Als der Fußball an Popularität gewann, mussten die Trikots der Spieler ein wenig aufgebessert werden, die grellen - meist zusammengewürfelten - Farben der Vorzeit wurden durch schlichte rote, blaue oder weiße Elemente ausgetauscht. 


Rückennummern waren erst in den 1930er Jahren Usus. Die Schiedsrichter trugen zu dieser Zeit meist formelle Uniformen und Jacketts.


Nachkriegs-Modernisierung

TIII

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden Fußballtrikots erstmals einem Mode und Design-Hype ausgesetzt. Die legendären 'V-Kragen' aus den 1950er Jahren wurden ins Leben gerufen, es wurden Trikots aus leichteren Stoffen entwickelt, die die schweren Wolltrikots der Vergangenheit in den Schatten stellten. In den 1960er Jahren entwickelte sich der Modetrend weiter, erstmals wurden auch die Shorts einer Revolution unterzogen. Anstelle der langen und unbequemen Kniebundhosen wurden die Vereine mit kürzeren und leichteren Shorts ausgestattet.


Ein neues Zeitalter bricht an

TIV

In den 1960-er Jahren wurden Fußball-Trikots mit mehr Raffinesse entwickelt. Sportausrüster wie Puma oder Adidas legten einen großen Wert auf moderne Technologien, innovative Designs und weitere Neuerungen - Ein neues Zeitalter der Jerseys brach an. In den 1970er Jahren schlossen sich erste Marktlücken. Trikots wurden fortan mit Sponsoren bedruckt, Spieler trugen die Klamotten, die ihnen ihr Sportausrüster vorschrieb. So weigerte sich beispielsweise Johan Cruyff bei der WM 1974 in Adidas-Trikots aufzulaufen, da er in einen Interessen-Konflikt mit dem Sportausrüster Puma, bei dem Cruyff unter Vertrag stand, geraten würde. 1975 brachte Leeds United erstmals eine Kollektion von Trikots speziell für die Fans heraus.


Zwei Extreme 

TVI

Die Trikots der 1980er und 1990er wurden mehr denn je von den Einflüssen der Mode bestimmt. Vereine trugen nicht mehr die gewohnten Streifentrikots, sondern versuchten sich von Jahr zu Jahr neu zu erfinden. Revolutionäre und innovative Designs fassten zu dieser Zeit Fuß. Erstmals wurden auch Trikots und Hosen farblich und modisch aufeinander abgestimmt.Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts waren sehr große und lange Trikots in Mode, Designer versuchten sich zudem an den verrücktesten Designs und wagten Experimente, die uns heute die Verzweiflung in die Augen steigen lässt. Man muss nur an die Trikots von Manchester United oder Hull City zurückdenken, um diese Zeiten nicht zu vermissen.


Moderne Wissenschaft

TVII

Heutzutage ist ein Trikot mehr als ein Hemdchen, das die Spieler tragen, um sich farblich abzuheben. Die Jerseys sind auf dem modernsten Stand der Technik und auf vollkommene Industrie abgelegt. Spieler tragen Trikots, um auf dem neuesten Stand zu sein und sich teilweise sogar sportliche Vorteile zu sichern. Adidas stellte für die Weltmeisterschaft 2014 Trikots her, die lediglich 100 Gramm wogen. Nike entwickelte eine neue 'Dry-Fit-Technologie', die Schweiß vom Körper zur Trikot-Oberfläche bewegt. Auf der Oberfläche verdampft der Schweiß, Spieler fühlen sich absolut wohl und werden mit Komfort ausgestattet. Jüngst begannen die Spieler Trikots zu tragen, die so eng sind, dass sie wie eine Haut-Lackierung wirken. Die Profis sehen dadurch noch schlanker und gefährlicher aus und bekommen durch den geringeren Luftwiderstand Vorteile. Die eng anliegenden Trikots bieten zudem wenig Fläche für Verteidiger, um an den Jerseys des Gegners zu zupfen.In den vergangenen 150 Jahren haben Fußball-Trikots eine unglaubliche Entwicklung genommen. Wohin geht wohl die Reise in den kommenden Jahrzehnten?



​​


Check die Evolution-Pur-Fanseite ab