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Bayern München

Wegen 1860-Vergangenheit: Fan-Beleidigungen gegen Nagelsmann

Yannik Möller
Beim Test gegen Ajax musste Julian Nagelsmann auch unschöne Gesänge aushalten
Beim Test gegen Ajax musste Julian Nagelsmann auch unschöne Gesänge aushalten / Alexandra Beier/Getty Images
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Beim zweiten Testspiel des FC Bayern musste Julian Nagelsmann unschöne Fan-Gesänge gegen seine Person hinnehmen. Aufgrund seiner Vergangenheit bei 1860 München wurde er mehrfach beleidigt. Er selbst hingegen reagiert gelassen.


Am Samstagnachmittag absolvierte der FC Bayern das zweite Testspiel der laufenden Vorbereitung. Die Partie gegen Ajax Amsterdam ging mit 2:2 zu Ende, was wegen der personellen Konstellation mit maximal ein, zwei normalen Stammspielern aber weiterhin nicht aussagekräftig ist.

Anschließend waren aber nicht nur die Leistungen der zahlreichen Youngster ein Thema, sondern auch äußerst unschöne Fan-Gesänge gegen Julian Nagelsmann. Mehrmals, u.a. direkt nach dem Anpfiff, grölte eine Fan-Gruppe durch das Stadion (via Bild): "Nagelsmann, du Sau, zurück zum TSV!"

Julian Nagelsmann
Für Julian Nagelsmann gab es aber auch fröhliche Fan-Begegnungen / CHRISTOF STACHE/Getty Images

Diese Beleidigungen wurden im Laufe des Spiels nochmals wiederholt. Der Hintergrund ist die Vergangenheit des Trainers bei 1860 München - nicht gerade der beliebteste Verein an der Säbener Straße. Beim TSV hatte Nagelsmann sowohl als Spieler einige Jahre verbracht, als auch später als Jugendtrainer.

Dass der 34-Jährige schon von klein auf FCB-Fan ist, schien die Fans nicht zu interessieren. Im Netz reagierten die Anhänger des deutschen Rekordmeisters mit Unverständnis, Fremdscham und Kopfschütteln auf diese Aktion. Andere wittern bereits eine große Erfolgsstory mit dem neuen Trainer - da auch ein gewisser Manuel Neuer damals teilweise mit Ablehnung empfangen wurde.

Nagelsmann selbst reagierte gelassen auf die Beleidigungen und betonte (via Bild), man könne "nicht jeden im Leben glücklich machen". So gebe es einfach auch "Dinge, die musst du einfach abkönnen...Eins muss man sagen: Ich war ja nicht vorgestern bei Sechzig. Und ich bin kein großer Freund von Rivalitäten. Ich stehe für Toleranz. Es muss auch nicht jeder Applaus klatschen, dass ich vom Stadtrivalen komme. Nur wie man das äußert, muss jeder mit seinem Gewissen vereinbaren können."

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