Neun Punkte, Tabellenplatz 18, 26 Gegentore, kein Trainer, kein Sportchef. Das ist die aktuelle Lage beim VfB Stuttgart, dem Club, der vor nur sieben Jahren mit Armin Veh deutscher Meister wurde. Dieser trat heute Vormittag vom Amt des Chefcoachs zurück. Er meinte, er sei Schuld an der miserablen Situation des Traditionsclubs.

Hut ab Armin vor dieser Entscheidung! Doch er ist nicht der alleinige Schuldige, gehen wir mal auf Ursachenforschung.


pokal

Die Stuttgarter Krise zu erklären ist extrem schwierig. Noch vor nur zwei Jahren qualifizierte man sich mit einem guten sechsten Rang für die Europa League, in der man die erfolgreichste deutsche Mannschaft war und erst im Achtelfinale ausschied. Die Saison darauf lief es in der Liga nicht besonders rosig, mit 43 Punkten sicherte man sich mit Rang zwölf einen Platz im unteren Mittelfeld.


Allein dies war mit dem guten Kader, der eigentlich das Potential hat, um um die Europapokalplätze mitzuspielen, eine herbe Enttäuschung. Doch von Platz 12 wollte niemand etwas wissen, schließlich stand man doch mit Glück im Finale des DFB-Pokals und da der Gegner FC Bayern München hieß, war man trotz Niederlage schon für die Europa League qualifiziert. Nach dem verloreren Finale wurde dies von Sportdirektor Bobic als großer Erfolg getitelt, obwohl man eigentlich verloren hat! Und ab hier nahm das Schicksal seinen Lauf.


VfB Stuttgart v Eintracht Braunschweig - Bundesliga

Dieser Erfolg war jedoch nur von extrem kurzer Dauer, da man es als Bundesligist, der sich als Saisonziel mehr oder weniger das Erreichen der internationalen Plätze gesetzt hat, nicht schaffen konnte, in den zwei Partien der Playoffs den HNK Rijeka zu besiegen. Dann lief es auch in der Bundesliga äußerst bescheiden, als Resultat musste nach nur drei Spielen Bruno Labbadia seine Koffer packen, ein Trainer, der nur wenige Monate zuvor als "Supercoach" hingestellt wurde. Es übernahm Thomas Schneider, der eigentlich nie richtig in die Erfolgsspur kam. Nicht unbedingt überraschend wurde auch er von Bobic entlassen, eine Entscheidung, die bei den Fans nicht sonderlich beliebt war.


Es übernahm Huub Stevens, der den VfB in letzter Minute rettete, was ebenfalls wieder als Erfolg dargestellt wurde, was aber keiner war!!!


Dann kam die Ankunft des Messias, Meistertrainer Armin Veh kehrt zurück zum VfB. Schon träumte die Chefetage von den guten alten Zeiten, als man mit dem VfB Stuttgart noch guten Fußball und Erfolg verband. 

VfB Stuttgart v SC Freiburg - Bundesliga

Doch wie wir jetzt alle wissen, war das nichts mehr als reine Träumerei. Man schied in der 1. Pokalrunde beim VfL Bochum aus, ohne auch nur den Ansatz von Offensivfußball zu zeigen. Nach dem 1-1 in M'gladbach fühlte man sich wieder stark, doch dieses Gefühl war nach der 0-2 Heimniederlage gegen Köln sofort wieder verschwunden. Nachdem man bei Borussia Dortmund eine sichere 2-0 Führung verspielt hat, wurde Fredi Bobic entlassen, der Mann, der gefühlte 10000 Mal die hundertprozentige Rückendeckung des Vereins bekam und der bei den Fans schon vor Monaten als Identifikationsfigur für den Stuttgarter Misserfolg diente. 


Nach der Entlassung agierte bis gestern Abend Armin Veh sowohl als Trainer als auch als Sportdirektor, was anfangs auch so etwas wie Erfolg zeigte. Ein Sieg gegen Hannover, ein 3-3 nach 0-3 Pausenrückstand gegen Leverkusen und ein 5-4 Sieg in Frankfurt. Es schien so, als ob nun endlich ein wenig Normalität nach Cannstadt gekommen wäre. Nach der Heimschlappe gegen Wolfsburg und den Niederlagen gegen Bremen und Augsburg war man jedoch mal wieder Tabellenletzter.


Wie ja vor Kurzem bekannt wurde, trat Armin Veh mit folgender Begründung nach dem 0-1 gegen die Fuggerstädter zurück:


„Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen. Letztlich musste ich aber so handeln, weil ich von der Richtigkeit dieses Schritts überzeugt bin. Die Mannschaft ist besser als der Tabellenplatz, neun Punkte aus zwölf Spielen sind einfach zu wenig. Dafür bin ich verantwortlich.“


Hoffentlich wird jetzt nicht rumgemeckert und behauptet, Veh lasse die Stuttgarter im Stich. Es muss sich nun endlich etwas tun, mit einem neuen Trainer, einem neuen Sportdirektor und am besten auch einen neuen Vorstand. Der Verein muss einfach komplett umgekrempelt werden!


Und die Teamzusammenstellung sollte nicht Grund für den Stuttgarter Misserfolg sein. Mit einigen vielversprechenden Talenten wie Rüdiger oder Werner ist die Mannschaft eigentlich bestens aufgestellt.

Die Ursachen für die Situation sind eine überschätzte Haltung was Erfolg angeht, der zu häufige Austausch von Trainern im letzten Jahr, selbstverständlich enormes Pech und die Tatsache, dass einfach alles derzeit schief läuft, was schieflaufen kann! 


Des Weiteren stimmt die Defensivleistung einfach nicht und Spieler, die früher als Leistungsträger agierten, laufen ihrer Form seit längerem hinterher und sind verletzt. (z.B. Ullreich, Niedermeier, Maxim oder Ibisevic)