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Die 10 Top-Teams mit den teuersten Startaufstellungen in Europa

Dominik Hager
Manchester City und Paris Saint-Germain haben in den vergangenen Jahren nicht gegeizt
Manchester City und Paris Saint-Germain haben in den vergangenen Jahren nicht gegeizt / Laurence Griffiths/GettyImages
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Hinter jedem Spitzenteam im Fußball stecken teure Investitionen. Dies gilt insbesondere für die Premier-League-Klubs, aber auch für PSG und weitere Top-Teams aus Spanien, Italien und Deutschland. CIES Football hat die Startaufstellungen der europäischen Top-Klubs durchleuchtet und berechnet, wie teuer - gemessen an den Transfer-Ausgaben - diese durchschnittlich waren. Das Ergebnis dürfte niemanden überraschen.


10. FC Bayern: 294 Millionen

Die Startelf der Bayern in dieser Saison hat durchschnittlich 294 und maximal 405 Millionen Euro gekostet. Ins Gewicht fallen insbesondere die kostspieligen Transfers, die die Münchner in der Abwehr getätigt haben. Die 80 Millionen Euro für Hernández und knapp 70 Millionen Euro für de Ligt ziehen den Schnitt nach oben. Zudem haben auch Upamecano und Pavard zusammen fast 80 Millionen Euro gekostet. Doch auch in der Offensive haben Käufe wie Sané oder Mané den Geldbeutel schmaler gemacht.

In Summe sei jedoch trotzdem gesagt, dass der FC Bayern für sein Star-Ensemble vergleichsweise wenig gezahlt hat. Spieler wie Davies, Mazraoui, Kimmich, Goretzka, Gnabry oder Müller waren allesamt sehr günstig oder ablösefrei. Daher reicht es auch nur gerade so für die Top 10.

9. Juventus Turin: 300 Millionen Euro

Die Turiner haben sich von den überwiegend erfolgreichen 2010er-Jahren entfernt und laufen der Musik ein wenig hinterher. Dabei hat man vereinzelt durchaus fleißig investiert und beispielsweise Dušan Vlahović für 81,6 Millionen Euro verpflichtet. Auch Bremer und Chiesa haben über 40 Millionen Euro gekostet. Letzterer hat verletzungsbedingt jedoch erst ein Spiel bestritten, weshalb er kaum Auswirkungen auf den Schnitt hat. Nicht jeder Juve-Kicker war wirklich teuer. Viele Zugänge sind eher im mittleren Bereich anzusiedeln, was sich jedoch auch in der Leistung widerspiegelt.

8. FC Barcelona: 334 Millionen Euro

Der FC Barcelona hat zwar in den vergangenen Jahren einiges an Prominenz verpflichtet, landet in diesem Ranking jedoch “nur“ auf Rang acht. Die Schere geht bei den Katalanen jedoch von Spiel zu Spiel weit auseinander, so hat die teuerste Startelf immerhin 447 Millionen Euro gekostet. Dies ist dadurch zu erklären, dass es einige sehr teure, aber dafür auch viele günstige Spieler gibt. Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob 150-Millionen-Mann Dembélé oder Eigengewächs Fati in der Startelf steht. Gleiches gilt für Frenkie de Jong, der mit 86 Millionen Euro sehr teuer war, wohingegen Pedri und Gavi aus der eigenen Jugend stammen. Der FC Barcelona ist ein Mix aus Mega-Transfers, worunter auch Torres und Raphinha fallen und ablosefreien Spielern (Kessié, Christensen etc.) bzw. Akteuren aus der eigenen Jugend. Demnach landet der Klub im Ranking auch nicht so wirklich weit vorne.

7. Real Madrid: 370 Millionen Euro

Bei Real Madrid ist die Konstellation ein wenig wie beim FC Barcelona, selbst wenn es nur selten Spieler aus der eigenen Jugend hoch schaffen. Die Königlichen kaufen lieber mal Supertalente extern ein, wie Tchouameni, Camavinga, Vinicius Junior und Rodrygo, wovon vor allem Ersterer ordentlich Geld gekostet hat. Real hat auch relativ viel Geld für einzelne Verteidiger ausgegeben. Mendy und Milliao haben zusammen 100 Millionen Euro gekostet. Dafür sei gesagt, dass jahrelange Leader wie Kroos, Modric oder Benzema gar nicht so teuer waren. Zudem senken einige ablösefreie Spieler den Schnitt wie beispielsweise David Alaba oder Antonio Rüdiger.

6. FC Arsenal: 382 Millionen Euro

Der FC Arsenal ist der Klub in den Top 10, der in den vergangenen Jahren am wenigsten gerissen hat. Die teuren Transfers scheinen sich jedoch so langsam auszuzahlen. Immerhin stehen die Gunners derzeit an der Spitze der Premier League. Im Sommer hat man es krachen lassen und für Gabriel Jesus, Zinchenko und Vieira gut 120 Millionen Euro ausgegeben. Auch die knapp 60 Millionen Euro für White, die 50 Millionen Euro für Partey und die 45 Millionen Euro für Xhaka ziehen den Schnitt schön nach oben. Der FC Arsenal hat mit Ausnahme von Eigengewächs Saka praktisch in jeden Stammspieler investieren müssen. Immerhin hat man einige Spieler früh genug geholt. Abwehr-Youngster William Saliba hat beispielsweise “nur“ 30 Millionen Euro gekostet und ist nun ein Vielfaches wert.

5. FC Chelsea: 393 Millionen Euro

Wir bleiben gleich in der Premier League und landen beim FC Chelsea, der in den vergangenen Jahren ordentlich investiert hat - insofern gerade keine Transfersperre vorlag. Kai Havertz (80 Millionen) Euro hat ordentlich Geld gekostet. Ebenso teuer waren auch Kepa, der inzwischen wieder zwischen den Pfosten steht und Forfana, der aber erst vier Spiele gemacht haben. Die 65 Millionen Euro für Cucurella, die 57 Millionen Euro für Jorginho und die 56 Millionen Euro für Sterling fallen natürlich auch ins Gewicht. Da fragt man sich glatt schon, wer in dieser Truppe eigentlich günstig war. Dies trifft natürlich auf die Eigengewächse Mount und Chalobah zu. Ebenso waren die Routiniers Thiago Silva (ablösefrei) und Aubameyang (12 Millionen Euro) nicht so teuer.

4. FC Liverpool: 409 Millionen Euro

Die Reds geben eher selten wirklich viel Geld aus, lassen es dann aber schon ganz gerne mal richtig krachen. Für den vorderen Platz in diesem Ranking sind insbesondere van Dijk (85 Millionen Euro), Nunez (80 Mio), Alisson (62,5 Mio), Díaz (47 Mio), Fabinho (45 Mio) und Salah (42 Mio) verantwortlich. Tatsächlich würde der Schnitt noch steigen, wenn 60-Millionen-Mann Keita nicht ständig verletzt wäre. Ablösefreie Spieler zu verpflichten ist nicht so das Spezialgebiet der Reds, weshalb der Durchschnittspreis der Spieler schon recht hoch ist. Eine Ausnahme bildet lediglich Alexander-Arnold, der aus der eigenen Jugend stammt.

3. Manchester United: 480 Millionen Euro

Zumindest in einer Tabelle muss Manchester United ja vorne dabei sein. Die Red Devils haben in den letzten Jahren unfassbar viel Geld ausgegeben, aber kaum Ertrag daraus erzielt. Zwar ist 105-Millionen-Mann Pogba nicht mehr dabei, jedoch halten Antony (95 Millionen Euro), Abwehr-Legende Maguire (87 Mio), Sancho (85 Mio), Casemiro (70 Mio), Bruno Fernandes (63 Mio) und Martinez (57 Mio) den Schnitt hoch. Von den Stammspielern kommt einzig und alleine Rashford aus der eigenen Jugend und senkt den Ablöse-Schnitt damit zumindest ein wenig.

2. Paris Saint-Germain: 510 Millionen Euro

Eigentlich hat PSG eine ganze Reihe an Stars ablösefrei bekommen, wenn man an Lionel Messi, Sergio Ramos und Gianluigi Donarumma denkt. Zudem ist mit Kimpembe zumindest ein Spieler aus der eigenen Jugend mit dabei. All das verblasst jedoch bei den Mega-Transfers, die PSG bereits getätigt hat. Neymar und Mbappe haben zusammen gut 400 Millionen Euro gekostet, was fast schon dem Marktwert von Dortmund entspricht. Achraf Hakimi hat mit 67 Millionen Euro ebenfalls eine Stange Geld gekostet. Trotzdem landen die Pariser nur auf Rang zwei in diesem Ranking. Dies liegt daran, dass der nächstteuerste Spieler, Vitinha, mit 41,5 Millionen Euro gar nicht so wahnsinnig viel gekostet hat.

1. Manchester City: 605 Millionen Euro

Manchester City stellt alles in den Schatten. Die Startelf der Skyblues war durchschnittlich nochmal knapp 100 Millionen Euro teurer als jene von PSG. Der maximale Wert an einem Spieltag betrug sogar mal schwindelerregende 726 Millionen Euro. Manchester City ist ja nicht umsonst die einzige Mannschaft, die laut transfermarkt.de über eine Milliarde Euro wert ist. Tatsächlich haben die Skyblues die 80 Millionen-Euro-Marke nur einmal überschritten - und das ausgerechnet beim Grealish-Transfer-Irrsin. Zumindest spielt der 117-Millionen-Mann nicht immer, ansonsten wäre der Durchschnittswert noch höher. Hoch ist dieser jetzt schon, weil einfach eine ganze Reihe von Spielern 60 bis 80 Millionen Euro gekostet haben. In diesen Bereich fallen De Bruyne, Dias, Mahrez, Cancelo, Laporte, Rodri und Haaland, die mit Ausnahme von Laporte fast jedes Spiel bestreiten. Im Bereich von 40 bis 60 Millionen Euro findet man dann auch schon fast alle weiteren Stammspieler. Ablösefreie Kräfte oder Akteure aus der eigenen Jugend sucht man vergeblich.

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