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1. FC Köln: Warum die Pleite gegen Werder doppelt bitter ist

Marc Knieper
Jun 30, 2020, 12:57 PM GMT+2
1:6 gegen Werder! Der 1. FC Köln ließ sich am letzten Spieltag völlig abfertigen
1:6 gegen Werder! Der 1. FC Köln ließ sich am letzten Spieltag völlig abfertigen | Oliver Hardt/Getty Images
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Der Effzeh in der finanziellen Zwickmühle: Nach der 1:6-Niederlage des 1. FC Köln gegen den SV Werder am letzten Bundesliga-Spieltag holt den Klub die bittere Realität ein. Das TV-Geld-Minus sowie weitere Transfer-Baustellen bilden das Resultat einer wahren Chaos-Saison. Die Zukunft von Leistungsträger Jhon Cordoba ist keineswegs in Steine gemeißelt.

Während die Hanseaten am letzten Spieltag ums nackte Überleben kämpften, ging es für die Geißböcke zumindest rein wirtschaftlich noch um die Wurst. In der TV-Tabelle wäre der Effzeh bei einem Sieg im Bremer Weserstadion und gleichzeitigem Punktverlust der Konkurrenten auf Platz 13 geklettert.

Fast 4,5 Millionen Euro TV-Geld-Verlust

Der Effzeh hätte damit das Optimum von 51,2 Millionen Euro an TV-Geldern erhalten. Nach der hohen Niederlage gegen die ambitionierten Bremer und dem Sieg von Eisern Union über Fortuna Düsseldorf erhalten die Domstädter laut Bild-Angaben letztlich nur 46,82 Millionen Euro.

Ist Köln gezwungen Top-Torjäger Cordoba zu verkaufen?
Ist Köln gezwungen Top-Torjäger Cordoba zu verkaufen? | DeFodi Images/Getty Images

Dieser Verlust von knapp 4,5 Millionen Euro wird den klammen Kölnern in der kommenden Saison sicherlich noch ein Dorn im Auge sein. Der Kader ist zu groß, die Kasse zu klein. Möchte man seinen Top-Torjäger Jhon Cordoba (13 Tore, Vertrag bis 2021) langfristig halten, so steht nun eine Vertragsverlängerung bevor. Eine, die aufgrund seiner Leistungen gehaltstechnisch alles andere als ein Zuckerschlecken wird.

Die Kölner Transfer-Baustellen

Neben Cordoba stellt vor allem die potenzielle Verpflichtung von Schalke-Leihgabe Mark Uth eine Riesen-Baustelle des Kölner Geschäftsführers Horst Heldt dar. Das Bremen-Debakel könnte zumindest den Abschied eines Stars verantworten.

Obendrein das Geld, welches man vor der Saison eigentlich nicht investieren wollte, aber dennoch in die Transfers der beiden Leistungsträger Ellyes Skhiri und Sebastiaan Bornauw (jeweils sechs Millionen Euro) gepumpt hat. Ein Transfer-Minus von knapp elf Millionen Euro, welches man auch in die kommende Saison schleppt.

Leistungsträger, aber verdammt teuer: Skhiri und Cordoba
Leistungsträger, aber verdammt teuer: Skhiri und Cordoba | TF-Images/Getty Images

Bereits jetzt sei laut Bild zudem klar, dass der Klub seine Spieler auch für den Start der neuen Saison um einen Gehaltsverzicht von rund 20 Prozent bittet. Bis zum Ende der Hinrunde rechne man weiterhin mit Geisterspielen. Das entspräche einem weiteren Verlust von zehn Millionen Euro.

Trotz Klassenerhalt endet die FC-Saison nahe am Totalschaden. Das unwürdige Verhalten im letzten Spiel setzte dem Ganzen die Krone auf und lässt den Bundesligisten finanziell noch tiefer sinken. Ein Cordoba-Abgang scheint nach aktuellem Stand beinahe unumgänglich. Interessenten aus Italien und England soll es zahlreiche geben. Sicherlich auch einige, die bereit sind, genügend Geld in die Hand zu nehmen. Cordobas Marktwert liegt bei 9,5 Millionen Euro.

Möchte gerne bleiben: Mark Uth (13 Torbeteiligungen)
Möchte gerne bleiben: Mark Uth (13 Torbeteiligungen) | Oliver Hardt/Getty Images

Der Verkauf des 27-jährigen Mittelstürmers würde genügend Geld einbringen, um den fixen Transfers des wechselwilligen Leihspielers Uth zu realisieren und das besagte Transfer-Minus zu verringern. Uth könnte Cordobas Leistungen womöglich nicht voll und ganz ersetzen, wäre aber kostengünstiger zu haben. Ein mögliches - sogar noch positives - Resultat einer Kölner Chaos-Saison.

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