Mit Daniel Thioune hat der Hamburger SV dieser Tage einen weiteren Trainer freigestellt, mit dem der Aufstieg als das große Ziel nach und nach in die Ferne geriet. Der Coach selbst war sowohl vom Timing, als auch den genannten Gründen "überrascht", wie er erklärte.



Am Wochenbeginn hat sich der Hamburger SV dazu entschieden, Trainer Daniel Thioune von seinen Aufgaben zu entbinden und ihn freizustellen. Als Nachfolger und Übergangslösung wurde Horst Hrubesch präsentiert. Die Entscheidung, die Zusammenarbeit nach fünf sieglosen Spielen zu beenden, hat beim Coach allerdings für Verwunderung gesorgt.


Dass sich der Klub durch diese Negativ-Serie immer weiter vom erhofften Aufstieg entfernte, das ist für alle sichtbar gewesen. "Trotzdem hat es mich am Sonntag, als ich darüber informiert wurde, überrascht", erklärte Thioune gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Dass die sportliche Führung für die übrigen Partien noch einmal Veränderung ins Team bringen wollte, war für ihn anscheinend nicht vorherzusehen.


Das Vertrauen in seine Arbeit schien nicht mehr gegeben zu sein

Thioune betont intaktes Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainerteam


Vor allem, weil seiner Meinung nach keine Notwendigkeit für einen solchen Wechsel bestand: "Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainerteam war intakt, und wenn es eine große Distanz gegeben hätte, dann wäre eine über weite Strecken gute Saison so nicht möglich gewesen."


Damit bezog sich der 46-Jährige auch auf die Erklärung seitens Sportchef Jonas Boldt, der betonte, eine klare Führung des Trainers sei zuletzt "auf der Strecke geblieben", sodass die Überzeugung, "dass das Konstrukt mit Mannschaft und Trainer noch funktioniert" nicht mehr gegeben war.


Sportvorstand Jonas Boldt votierte für einen Trainerwechsel

Eine Lanze für das HSV-Team brach Thioune auch noch, angesichts der inzwischen vielen durchlaufenen Trainer und insbesondere Trainertypen. Von Dieter Hecking, einem etwas älteren und erfahrenen Coach, über einen Newcomer und vergleichsweise Jungspund Hannes Wolf, bis zu ihm selbst. Ist diese Mannschaft, dieser Verein also untrainierbar? "Ganz klar: Nein", war seine Antwort. Weiter: "Wir haben über weite Strecken gezeigt, dass diese Mannschaft gut funktioniert."


Auch böses Blut scheint es zwischen ihm und dem Verein, bei allem möglichen Unverständnis für diese Entscheidung, jedoch nicht zu geben: "Für mich war es eine große Ehre und ein Privileg, HSV-Trainer zu sein, auch wenn das Ende unbefriedigend für mich ist."


Gegenüber der Bild stellte er auch klar, sein Wirken nicht als gescheitert anzusehen: "Mein Team und ich haben uns klare Ziele gesetzt, die wir bis Mitte 2022 erreichen wollten. Unerfüllte Mission trifft es also eher."