Das unerwartete und in seiner Entstehung am Ende für einen Klub wie Real Madrid recht beschämende Aus in der Champions League hat die Alarmglocken rund um das Bernabéu-Stadion läuten lassen. Nicht mehr und nicht weniger als eine "Revolution im Kader" wird nun von den Blancos erwartet. Im Zuge der sich nun multiplizierenden Gerüchte fällt auch wieder der Name von Weltmeister Paul Pogba.



Der aktuell bei Manchester United unter Vertrag stehende Mittelfeldspieler war schon 2018, nach einer starken Weltmeisterschaft (gekrönt mit dem Pokal), vermehrt in den Fokus der Königlichen gerückt.


Doch die Engländer blieben hart - auch in Anbetracht der Tatsache, dass sie erst zwei Jahre zuvor, im Sommer 2016, satte 105 Millionen Euro an die Alte Dame aus Turin überwiesen hatten, um Pogba zurück ins Old Trafford zu locken.


Insgesamt jedoch hatten sich beide Parteien wohl etwas mehr von der bald fünfjährigen Zusammenarbeit versprochen. Denn außer einem Ligapokal und einer Europa League (beide im Jahr 2017) gab es in diesem halben Jahrzehnt nichts zu feiern am Sir Matt Busby Way.


Und plötzlich steht man am Old Trafford vor der Entscheidung: Pogba halten - und seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag verlängern? Oder den Spieler in diesem Sommer zu Geld machen?


Raiolas Kehrtwende binnen weniger Monate


Wenn es nach seinem Berater Mino Raiola ginge, wäre eine Ausweitung des Kontraktes durchaus im Bereich des Vorstellbaren. Dem war auch nicht immer so. Noch im Herbst vergangenen Jahres klagte der Agent über die Zustände bei den Red Devils und "drohte" mit einem vorzeitigen Abgang seines Schützlings.


Das war noch in der schwierigen und holprigen Anfangszeit dieser Saison. Mittlerweile haben sich die Mannen von Ole-Gunnar Solskjaer jedoch gefangen, sind in der Premier League seit 13 Spielen ungeschlagen (8 Siege, 5 Remis) und können die Spielzeit, die sie aller Voraussicht nach auf einem Champions-League-Platz beenden werden, sogar noch mit dem Titel in der Europa League krönen.


Entsprechend klangen Raiolas Worte im vergangenen Februar schon weitaus konzilianter. Denn da konnte sich der Berater-Fuchs sogar auf einmal wieder vorstellen, dass sein Mandant die gewünschten "großen Titel" auch bei Manchester United einfahren könne.


Eine Antwort auf diese Avancen, in Form eines neuen Vertragsangebots, ist der Klub Raiola bislang jedoch schuldig geblieben.


Und der Spieler selbst? Will sich nach eigenen Angaben erstmal voll und ganz auf den Endspurt der Saison konzentrieren. Und auf die sich anschließende Europameisterschaft. Sein Klub dürfte eine ähnliche Strategie fahren.


Denn eine gute Performance Pogbas bei der paneuropäischen Meisterschaft würde seinen Marktwert, der vom einstigen Allzeithoch von 100 Millionen Euro (im Sommer 2019) mittlerweile auf 60 Millionen Euro gesunken ist, wieder automatisch in die Höhe treiben. In der Konsequenz hätte der Klub auf dem dann geöffneten Transfermarkt eine noch bessere Verhandlungsposition.


Kein neues 2012


Was sie in Manchester auf jeden Fall verhindern wollen, ist eine Wiederholung der Ereignisse aus dem Jahr 2012, als man es schlicht und einfach verpennte, dem damals noch in der United-Jugend aktiven Spieler rechtzeitig an sich zu binden.


Juventus Turin lachte sich ins Fäustchen, krallte sich das Super-Talent für lau - um ihn vier Jahre später mit sattem Gewinn (eben diesen erwähnten 105 Millionen Euro) an die Engländer zurück zu verkaufen.