Mit 4:0 konnte die Borussia am Samstag gegen Eintracht Frankfurt gewinnen, dabei zeichnete sich auch Matthias Ginter endlich einmal wieder als Torschütze nach einer Standardsituation aus. Obwohl der 27-jährige Abwehrchef die Gladbacher sogar als Kapitän auf den Platz führte, ist sein Verbleib bei den Fohlen noch nicht gesichert. Ginter selbst zeigte sich im Bezug auf die Fragen zu seiner Zukunft wohltuend ehrlich.



Die Führung gegen Frankfurt war Ginters zweites Saisontor gewesen, nachdem er zuletzt am fünften Spieltag beim 3:2-Erfolg in Mainz den Gladbacher Siegtreffer erzielen konnte. Naturgemäß wird ein Innenverteidiger selten an eigenen Toren gemessen, abgesehen von Holländern namens Roel, doch war Ginter die Freude über seinen im Netz untergebrachten Kopfball deshalb nicht weniger anzusehen.

Seit 2017 spielt Ginter nun schon für die Borussia, auch das Tragen der Binde im Spiel gegen Frankfurt unterstrich seinen Stellenwert für die Mannschaft, auch wenn das Fehlen der eigentlichen Kapitäne Lars Stindl und Yann Sommer diesen Umstand begünstigte. Als Breel Embolo spät in die Partie kam, wanderte die Binde auch sofort wieder zum Schweizer, denn Ginter ist ein absoluter Teamplayer.

In seiner bisherigen Gladbacher Zeit verpasste Ginter in der Regel nur dann Spiele, wenn er sich die Augenhöhle brach oder an einer schweren Schulterverletzung laborierte. In seinen bislang 143 Auftritten für die Elf vom Niederrhein, die zu 99,9% über die volle Distanz liefen, sammelte der Abwehrmann acht Gelbe Karten. Acht! Damit hat der Verteidiger aktuell mehr Tore (10) auf dem Konto, als es Verwarnungen seitens der Schiedsrichter gab.

Sein laufender Vertrag ist nur noch bis 2022 datiert, somit ist klar, dass es im kommenden Sommer nur einen Abschied oder eine Verlängerung des Arbeitspapieres geben kann. Nach dem Sieg gegen Frankfurt stellte sich Ginter den Fragen zu seiner Zukunft und konnte dabei mit absoluter Offenheit überzeugen.


Gespräche "in den nächsten Tagen" - Ginter vermeidet Rumgeeier


Denn wo sich andere Trainer und Spieler auch in der jüngeren Vergangenheit entweder bedeckt hielten oder sich deren Aussagen im Nachgang als "Wortbruch" vorwerfen lassen mussten, sorgte Ginter für wohltuende Klarheit zum aktuellen Stand der Dinge.

"Das ist eine gute Frage, aber ich weiß es leider selber noch nicht", antwortete Ginter nach dem 4:0 gegen Frankfurt auf die Frage von Sky, ob er in der nächsten Saison noch das Gladbacher Trikot tragen würde.

Statt es jedoch dabei zu belassen, wollte Ginter zugleich konkretisieren, wie er selbst die laufenden Verhandlungen einordnet. "Es gibt noch einige Unwägbarkeiten. Zum Beispiel wurde der neue Trainer in dieser Woche bekannt gegeben, da gab es logischerweise noch kein Gespräch", startete Ginter mit den noch ausstehenden Unterhaltungen zwischen ihm und dem neuen Coach Adi Hütter.

Schließlich sei für jeden Spieler "der Trainer wichtig, weil er die Marschroute vorgibt" und demnach Ginters Rolle im kommenden System noch nicht zu bewerten sei. Zudem sei unklar, inwiefern "die Mannschaft zusammenbleibt und wie wir in den letzten fünf Spielen abschneiden werden."

Schließlich wären ein weiterhin starker Kader und Qualifikation für das internationale Geschäft gute Argumente, Ginter von einem Verbleib zu überzeugen.


Matthias Ginter kann mit Offenheit punkten

Eine leichte Tendenz ließ sich dennoch aus den Aussagen Ginters entnehmen. "Ich habe schon oft betont, dass ich mich hier wahnsinnig wohlfühle und mir auch vorstellen kann, längerfristig hierzubleiben. Jeder weiß, was ich an diesem Verein habe. Wir haben gegenseitig eine sehr hohe Wertschätzung, glaube ich. Ich bin da sehr offen", kann sich Ginter mit einem Verbleib mehr als nur anfreunden.

"In den nächsten Tagen und Wochen wird es die nächsten Gespräche geben, Doch der Verein und ich sind da relativ entspannt," wollte der Abwehrchef den Druck aus der Debatte nehmen.

Wichtiger sei derzeit ohnehin, dass man "den Fokus auf die verbleibenden Saisonspiele legen" müsse. Sollte die Borussia dem Erfolg gegen Frankfurt weitere Auftritte dieser Art folgen lassen und sich am Ende für den internationalen Wettbewerb qualifizieren, wäre eine weitere "Unwägbarkeit" wohl ausgeräumt. Denn mit Ginters kongenialem Partner Nico Elvedi verlängerte ein wichtiger Baustein des Teams kürzlich bereits seinen Vertrag.