Obwohl die sportliche Platzierung eine heile Welt vorgaukelt, scheiden sich beim VfL Wolfsburg hinter den Kulissen die Geister. Seit seines öffentlichen Disputs mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke über die Sommertransfers, spekuliert man über einen Abgang von Cheftrainer Oliver Glasner. Zwei potenzielle Nachfolger haben die Wölfe bereits auf dem Zettel.



Einer von ihnen heißt André Villas-Boas. Auch der Portugiese lieferte sich kürzlich wegen eines Unverständnisses gegenüber der getätigten Transfers einen ordentlichen Zwist mit den Verantwortlichen von Olympique Marseille. Seine Kündigung ließ nicht lange auf sich warten. Seit knapp zwei Wochen ist Villas-Boas offiziell freigestellt. Und schon jetzt winken zwei nette Aussichten auf eine baldige Rückkehr.


Denn wie das französische Fußballmagazin Onze Mondial unter Berücksichtigung sämtlicher türkischer Medien verkündet, steht Villas-Boas auf dem Zettel des türkischen Top-Klubs Fenerbahce. Der 43-Jährige soll am Bosporus das Amt des womöglich abwandernden Erol Bulut übernehmen. Neben Villas-Boas haben die Türken auch Joachim Löw, Lucien Favre und Leonardo Jardim auf der Shortlist.


Villas-Boas und Seoane auf der Wolfsburger Trainer-Shortlist


Auf der berühmt berüchtigten Shortlist steht Villas-Boas laut Sport Bild auch beim VfL Wolfsburg. Bereits Anfang 2019 hatte man sich in der Autostadt auf der Suche nach einem Nachfolger von Bruno Labbadia über die Dienste des portugiesischen Fußballlehrers erkundigt. Nun soll sein Name abermals im Umfeld des Klubs gefallen sein. Bei den Wölfen steht Villas-Boas in Konkurrenz mit Gerardo Seoane von den Young Boys Bern.


Berns ambitionierter Coach Gerardo Seoane (42) steht für offensiven und erfolgreichen Fußball

Seoane gilt auch als einer der aussichtsreichsten Nachfolgekandidaten von Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach. Der Schweizer Trainer des Jahres führte seine Young Boys in den vergangenen zwei Spielzeiten zur Meisterschaft und sorgte zuletzt mit dem 4:3-Erfolg über Bayer 04 Leverkusen in der Europa League für Furore. Er gilt als akribisches Arbeitstier, spricht sechs Sprachen fließend und überzeugt mit einem mutigen, offensiven Fußballstil.


Bereit für die Bundesliga? Villas-Boas lernte bereits Deutsch


Apropos Sprachen: Villas-Boas machte einst auf seinem Instagram-Account darauf aufmerksam, dass er nun Deutsch büffele. Das war aber schon 2016. Wie gut der Portugiese die deutsche Sprache mittlerweile beherrscht, ist nicht bekannt. Dass er schon lange mit einem Wechsel in die Bundesliga liebäugelt, kann man dahingehend natürlich auch nur vermuten.


Villas-Boas, der zunächst als Scout für José Mourinho arbeitete, trainierte in den vergangenen zehn Jahren bereits Top-Klubs wie Porto, Chelsea und Tottenham. Zuletzt stand er 60 Spiele bei Olympique Marseille in der Ligue 1 an der Seitenlinie. Beim aktuell Drittplatzierten aus Wolfsburg winkt dem vereinslosen Übungsleiter möglicherweise ein Engagement in der Königsklasse. Der Disput mit Glasner scheint zu groß, als dass man mit ihm in eine weitere Spielzeit gehen möchte.