​Als hätte der ​1.FC Kaiserslautern nicht schon genug sportliche Sorgen, sorgt jetzt auch noch die Entlassung von Torwart-Trainer ​Gerry Ehrmann für schlechte Stimmung beim Drittligisten. 


Für "zusätzlich schlechte Stimmung" müsste man korrekterweise sagen, denn das Ambiente rund um den Betztenberg war auch schon vor Ehrmanns Beurlaubung nicht gerade prickelnd. Im aktuellen Jahr 2020 konnten die Roten Teufel noch kein Spiel gewinnen, müssen sich vielmehr wieder verstärkt dem Kampf gegen einen möglichen Abstieg in die Regionalliga stellen. 


Da kommt der nun in eine Trennung mündende Streit zwischen Klub und Klub-Legende natürlich zur Unzeit. "Natürlich bin ich traurig, wie das jetzt alles gekommen ist", sagte Ehrmann gegenüber Sport1. "Aber es geht mir da gar nicht um mich, sondern nur um den Verein. Es ist eine persönliche Sache zwischen Herrn Schommers und mir."


Gerüchten zufolge soll Ehrmann, dessen Beziehung zu Trainer Schommers schon seit längerem nicht gut gewesen sein soll, den Coach beleidigt haben. Was Ehrmann jedoch dementiert: "Eins möchte ich klarstellen: Niemals habe ich ihn beleidigt. Wer das behauptet, der lügt. Wichtig ist, dass der FCK wieder in die Spur kommt, das ist und bleibt mein Klub. Ich gehe da ganz unaufgeregt raus, will gar keine schmutzige Wäsche waschen. Der Verein ist mir so wichtig. Ich wünsche den Jungs alles Gute."


Ehrmann - für die FCK-Fans eine absolute Vereinsikone


Bei den Fans kam Ehrmanns Freistellung weniger gut an - der Torwarttrainer ist bei der Anhängerschaft sehr beliebt. Immerhin ist er seit 1984, in verschiedenen Funktionen, für die Pfälzer tätig. Auch der früherer Rote Teufel Roman Weidenfeller äußerte sich via Facebook zu der Situation. 


"Ich kann mir den 1. FC Kaiserslautern ohne Gerry Ehrmann nicht wirklich vorstellen. Er hat nicht nur als Spieler, sondern auch als Torwarttrainer den Traditionsverein in 36 Jahren geprägt, hat große Erfolge mit dem FCK gefeiert und ist in der jetzigen schwierige Phase den Roten Teufeln treu geblieben", postete Weidenfeller. "Mit Gerry verliert der FCK eine Identifikationsfigur, der immer alles für den sportlichen Erfolg des Vereins gegeben hat und stets ein offenes Ohr für jeden hatte."

1. FC Kaiserslautern v Hallescher FC - 3. Liga

Viele Fans sehen es genauso. Ein Teil von ihnen hat mittlerweile eine Online-Petition gestartet ("Gerry Ehrmann bleibt beim FCK!"), die bereits von mehr als 1.600 Personen unterschrieben wurde. Auch ein Plakat mit der unmissverständlichen Forderung "Ohne Gerry - kein FCK!!! Schommers raus!" wurde am Stadiontor befestigt. 


Das alles geschieht ausgerechnet in der Woche vor dem für den Klub und seine Fans so wichtigen Lokalderby bei Waldhof Mannheim am kommenden Samstag (14.00 Uhr). Doch von einer ruhigen Vorbereitung auf dieses stets brisante Kräftemessen kann angesichts der letzten Tage keine Rede mehr sein.