​Nach dem Aus von Niko Kovac hat Ivan Perisic seinen größten Fürsprecher beim FC Bayern München verloren. Ein Verbleib über den kommenden Sommer hinaus wird somit extrem unwahrscheinlich.


In der vergangenen ​Transferphase hatte der FC Bayern bekanntlich alles auf die Karte Leroy Sané gesetzt. Doch kurz bevor der Transfer vollzogen werden konnte, verletzte sich der deutsche Nationalspieler schwer - der Wechsel platzte. Die Münchener mussten somit schnell einen Plan B aus dem Ärmel schütteln und stellten nur wenige Tage nach der Sané-Verletzung Ivan Perisic als Neuzugang vor.


Die Fans zeigten sich enttäuscht und frustriert: Statt eines kommenden Weltstars holten die Münchener einen 30-Jährigen, der bei ​Inter Mailand aufs Abstellgleis geraten war. Die Verpflichtung des Kroaten hatte vor allem den Hintergrund, dass Niko Kovac als großer Fan des Routiniers galt und nach der Sané-Verletzung auf einen Transfer seines Landsmannes gepocht hatte.


Ohne Kovac wäre Perisic nie beim FC Bayern gelandet


Man lehnt sich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass Perisic ohne Kovac niemals zum ​FC Bayern gewechselt wäre - oder überhaupt ein Thema geworden wäre. Da Kovac seit dem vergangenen Wochenende bekanntlich Geschichte auf der Münchener Trainerbank ist, stellt sich folglich auch die Frage, welche Zukunft Perisic beim Stern des Südens überhaupt noch besitzt.

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Der 30-Jährige wurde zunächst für ein Jahr von Inter ausgeliehen und könnte im Sommer 2020 dank einer Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro fest verpflichtet werden. Doch glaubt jemand ernsthaft, dass der FC Bayern diese Option ziehen wird?


Zugegeben: Perisic hatte beim Rekordmeister einen guten Start erwischt und die Fans, die ihn kritisch beäugten, überrascht. Nach fünf Spieltagen kam er auf drei Einsätze, dabei gelangen ihm zwei Treffer sowie eine Vorlage - gar nicht mal so schlecht. Selbst Karl-Heinz Rummenigge ließ sich danach ein "Ich schließe die Verpflichtung von Perisic nicht aus" entlocken.


Perisics Chancen sinken ohne seinen Fürsprecher weiter


In den vergangenen stürmischen Wochen, in denen Kovac immer weiter unter Druck geraten war, vertraute der Ex-Coach allerdings kaum noch auf seinen Landsmann. Nun, da sein größter Fürsprecher auch noch gegangen ist, dürften Perisics Einsatzchancen nicht gerade gestiegen sein.

Beim ​2:0-Sieg gegen Olympiakos Piräus wurde der Flügelspieler immerhin wenige Minuten vor Schluss eingewechselt und konnte sogar den Endstand markieren. An seiner tristen Perspektive ändert das aber wohl nur wenig. In der Saison 2020/21 wird er meiner Meinung nach nicht mehr das Trikot des Rekordmeisters tragen.


Nicht falsch verstehen: Als Backup ist Perisic definitiv eine gute Option. Doch zum einen hat er selbst den Anspruch, Stammspieler zu sein, wie er des Öfteren durchblicken ließ. Das ist im Kader des FC Bayern aber nahezu utopisch. Zum anderen sind 20 Millionen Euro (+ fünf Millionen Euro Leihgebühr) schlichtweg zu viel für einen Rollenspieler. Das dürfte auch der neue Trainer - wer auch immer das sein mag - so sehen.